|
Ähnlich wie der Donauwalzer war „Wein,
Weib und Gesang“ ursprünglich als vokales Werk für den Wiener
Männergesangsverein komponiert worden. Es sollte am sogenannten
Narrenabend am 2. Februar 1869 im Dianasaal aufgeführt werden.
Widmungsträger war Johann Herbeck, welcher den Männergesangsverein
leitete. Die Namensgebung des Walzers rührt von der alten Floskel
her „Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein
Leben lang“. Der Walzer entstand in der Zeit wie die anderen grossen
Werke in Strauss’ kreativster Phase.
Das Werk eröffnet mit einer triumphalen Sequenz und geht dann in
eine einleitende Melodie über, welche später im Hauptwalzer wieder
ertönt. Wie bei „Geschichten aus dem Wienerwald“ wird das Hauptthema
mit einer absteigenden Kadenz und zwei Takten Hm-ta-ta eingestimmt.
Der erste Walzer sprüht vor wienerischer Lebensfreude, denn die
Melodie ein Trinklied aus der Operette ‚Wiener Blut’ ist mit dem
Titel „Stoss an, du Liebchen mein“. Die folgenden Walzerteile sind
nicht weniger lebendig, auch wenn gelegentlich eine gefühlvolle
Sequenz auftaucht. Wie üblich für einen Konzertwalzer, wird das
Hauptthema zum Schluss nochmals aufgenommen und endet schliesslich
ein einem furiosen Finale.
Hörbeispiel:
 |