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Die Räume
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Grosse Galerie:
Sie ist das Herzstück des Schlosses und diente in erster Linie wichtigen
höfischen Veranstaltungen, Bällen und Empfängen. Der 40 Meter lange und rund
10 Meter breite Prunksaal mit seinen hohen Bogenfenstern und den
gegenüberliegenden Kristallspiegeln, reichen Stuckdekorationen und riesigen
Deckenfresken von Gregorio Guglielmi gilt als einer der bedeutendsten
Rokoko-Räume überhaupt. Das Hauptfresko in der Mitte des Saales thematisiert
den Wohlstand der Monarchie unter der Regentschaft
Maria Theresias. In der
Mitte des Bildes sitzen Maria Theresia und ihr Mann
Franz I. Stephan, umgeben
von den fleischgewordenen Tugenden. Rund um das Szenario reihen sich
Allegorien der Kronländer mit ihren Reichtümern. Seit Österreich Republik
geworden ist, wird die Grosse Galerie für Konzertveranstaltungen und
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Die Grosse Galerie
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Empfänge
genutzt. Ein wichtiges Ereignis war die Begegnung John F. Kennedys mit
Nikita Chruschtschow, welche 1961 in dem Saal stattgefunden hat. |
Kleine Galerie:
Zur Zeit Maria Theresias wurde die Kleine Galerie genutzt für familiäre Anlässe
im kleineren Kreis. Ursprünglich war der Saal mit Stuckmarmor ausgestattet. In
der Mitte des 19. Jrh. überzog man die Wände jedoch mit einer Weissfassung und
reichen goldenen Rokoko-Rocaillen. So erscheint der Saal auch heute und nach
einer neuerlichen Restaurierung prachtvoller denn je.

In der kleinen Galerie
Chinesische Kabinette:
Die Kleine Galerie wird je von einem chinesischen Kabinett flankiert, links von
einem ovalen und rechts von einem runden. Die beiden Räume sind ein
Paradebeispiel der fürstlichen Vorliebe für die Künste Ostasiens im 18. Jrh.
Kostbare Lacktafeln sind in der weissen Holzvertäfelung eingefasst. Auf mehreren
kleinen Konsolen steht blau-weisses chinesisches Porzellan. Der einzigartige
Fussboden ist ein Meisterwerk aus höchst kunstvollen Einlegearbeiten. Die beiden
Kabinette wurden von Maria Theresia hauptsächlich als Konferenzräume genutzt,
wobei sie sich im runden Kabinett jeweils mit ihrem Kanzler Fürst Kaunitz für
geheime Unterredungen traf.
Stiegenkabinett der Kaiserin
Elisabeth: Die
legendäre Sissi (Sisi) nutzte den Raum in erster Linie als Schreibzimmer. Hier
verfasste sie ihre Briefe und Gedichte. Zu Herrschaftszeiten führte eine
Wendeltreppe vom Stiegenkabinett in Elisabeths Privatgemächer im Parterre,
welche heute nicht mehr existieren. Sie waren nicht nach den höfischen
Gepflogenheiten eingerichtet, sondern ganz nach Elisabeths eigenem Geschmack. Die
Wände waren mit violetten Seidentapeten bezogen, und das Mobiliar war Elisabeths
eigenes. Im Gartenappartement waren ein Sportraum, eine Massagekammer und ein
Toilettenraum untergebracht.
Billardzimmer:
Dieser Raum ist der erste der Privaträume Kaiser
Franz Josephs. Die
Einrichtungsgegenstände beschreiben des Kaisers beruflicher und privater Alltag
in Schönbrunn. Ein Teil dieses Alltags war das Billardspiel, welches an den Höfen
sehr beliebt war. Der schwere Billardtisch im Biedermeierstil in der Mitte des
Raumes diente den Gästen aus Politik und Militär als Zeitvertreib, während sie
auf die Audienz mit dem Kaiser warteten. An den Wänden befinden sich zwei
grosse Gemälde. Auf dem einen ist die erste Verleihung des Maria
Theresien-Ordens im Jahre 1758 dargestellt, und das zweite beschreibt das
hundertjährige Bestehen des Ordens.
Arbeitszimmer Franz Josephs I.:
Im Vergleich zu den anderen kaiserlichen Räumen ist das Arbeitszimmer Franz
Josephs I. eher schlicht ausgestattet, was Ausdruck der Gesinnung des Kaisers
gegenüber Prunk und Überfluss ist. Im Zimmer sind mehrere private Bilder
aufgestellt. Der Kaiser pflegte es, jeweils um 5 Uhr morgens hier mit seiner
Arbeit zu beginnen. An der Wand hängt ein grosses Portrait des Kaisers und eines
seiner Gemahlin Elisabeth.
Nussholzzimmer:
Dieser prächtige Rokoko-Raum ist mit wertvollen Holzvertäfelungen und reichen
Goldverzierungen ausgestattet. Das Zentrum des Raumes bildet des Kaisers
Schreibtisch mit privaten Gegenständen. Im Nussholzzimmer hielt Kaiser Franz
Joseph I. Audienzen. Zweimal in der Woche empfing er hier auch
bürgerliche Personen.
Zeremoniensaal:
Hauptbestandteil des Raumes sind die fünf riesigen Wandgemälde, welche Maria
Theresia persönlich in Auftrag gegeben hat. Der Gemäldezyklus stellt die Heirat
des Thronfolgers Joseph
II. mit Isabella von Bourbon-Parma im Jahre 1760 dar. Das
grösste Bild zeigt die Ankunft der Prinzessin in Wien. Auf den anderen Gemälden
sind die Trauung in der Augustinerkirche, die Hoftafel und das
Souper in der Hofburg und die Serenade im Redoutensaal dargestellt. In die Reihe der grossen Gemälde gliedert sich das berühmteste
Bildnis Maria Theresias ein, welches sie in einem kostbaren Kleid aus Brabanter Klöppelspitze
zeigt.
Karussellzimmer:
Wer um eine Audienz bei Maria Theresia und ihrem Gatten Franz I. Stephan ersuchte,
musste im Karussellzimmer sich gedulden. Die Bezeichnung rührt von einem
Gemälde, das ein Damenkarussell zeigt, welches Maria Theresia um 1743 in der
Spanischen Hofreitschule organisierte, um den Rückzug der Franzosen aus Böhmen
zu feiern. Das Gemälde daneben zeigt die Verleihung des St. Stephans-Ordens.
Rosa-Zimmer:
Es sind drei aufeinander folgende Zimmer, welche nach dem Künstler Joseph Rosa
benannt sind. Er hat die eindrücklichen Landschaftsgemälde geschaffen, welche
in den Räumen hängen. Das erste Bildnis zeigt den Stammsitz der
Habsburger im Schweizer Kanton Aargau, die
Habichtsburg („Havichsberch“), welche
später Habsburg genannt wurde. Im grössten der Rosa-Zimmer hängt ein Gemälde des
kaiserlichen Hofmalers Martin van Meytens, welches Maria Theresia als Königin
von Ungarn zeigt.
Balkonzimmer:
Ebenfalls von Martin van Meytens stammen die Gemälde im Balkonzimmer. Sie zeigen
die Kinder Maria Theresias. Hauptfigur unter ihnen ist die Tochter
Maria
Elisabeth, welche als schönste Kaiserstochter galt. Mit ihrer Schönheit war es
jedoch vorbei, nachdem die Pocken ihr Gesicht völlig vernarbt und entstellt
hatten. Eine Heirat wurde undenkbar, worauf sie in ein Kloster nach Innsbruck ging.
Spiegelzimmer:
Dies ist ein typischer Repräsentationsraum aus der Zeit Maria Theresias.
Ausgestattet ist er mit Rokokoelementen und wertvollen Kristallspiegeln, welche
sich gegenseitig reflektieren, was den Eindruck eines endlosen Korridors
entstehen lässt. Hier fand das erste Konzert des sechsjärigen Wolfgang Amadeus
Mozart statt.
Roter Salon:
Hier hängen mehrere Kaiserportraits der Habsburger. Zu sehen ist beispielsweise
Leopold II., welcher für eine kurze Zeit der Nachfolger seines Bruders
Joseph
II. war. Ein anderes Gemälde zeigt seinen Sohn und Thronfolger
Franz II.,
welcher ab 1792 der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war. Er
vereinte die habsburgischen Kronländer zum Kaiserreich Österreich, wodurch er
vom letzten römisch-deutschen Kaiser zum ersten österreichischen Kaiser wurde.
Gelber Salon:
Das Mobiliar in dem Raum gehört zu dem wenigen, das aus der Zeit Maria Theresias
erhalten blieb, denn meist liess die Kaiserin altes Mobiliar versteigern oder
verschenkte es. Die Sitzgarnituren im Gelben Salon stammen aus der Zeit um 1770
und haben noch alte Formen des Rokoko. Im Raum fallen auch die Gemälde des
Genfer Malers Liotard auf, welche bürgerliche Kinder darstellen.
Laternenzimmer:
Auffallend im Laternenzimmer sind die Türverkleidungen aus Marmor. Sie stammen
aus der Zeit Kaiser Josephs I. Bevor im Schloss Schönbrunn die Elektrizität
installiert wurde, waren hier Laternenträger angestellt. Ihre Aufgabe war es,
den Mitgliedern des Hofes bei Dunkelheit den Weg durch die Räume zu
weisen. Die Laternenträger hielten sich in diesem Raum auf.
Terrassenkabinett West:
Das Kabinett ist quasi ein Zwischenraum, welcher als Verbindungszimmer zu den
Gemächern der Kaiserin Elisabeth dient. In dem hübschen Raum hängt ein Gemälde
von Pierre Benevaux, einem französischen Künstler. Das Bild zeigt die jüngeren
Töchter Maria Theresias, Maria Josepha und
Marie Antoinette, die spätere Königin
von Frankreich.
Toilettezimmer der Kaiserin
Elisabeth: Die
zierliche Sissi war stets sehr um ihr Äusseres bemüht. So waren Schönheitspflege
und Sport wichtige Bestandteile ihres Tageablaufs. Ihr fersenlanges Haar
bedurfte ganz besonderer Pflege, welche Stunden in Anspruch nahm. Im
Toilettezimmer liess sich die Kaiserin von ihrer Vertrauten, der Friseuse
Franziska Feifalik, die kunstvollen Frisuren flechten und stecken.
Gemeinsames Schlafzimmer von
Elisabeth und Franz Joseph I.:
Das Kaiserpaar nutzte ihr gemeinsames Schlafzimmer mit den schweren
Palisanderholzmöbeln und der weiss-blauen Ausstattung nur in den ersten
Ehejahren. Die Kaiserin war danach sehr oft abwesend und auf Reisen, wodurch
Franz Joseph I. zusehends vereinsamte. Sie hatten getrennte Schlafzimmer.
Salon der Kaiserin Elisabeth:
Der Salon diente Elisabeth als Empfangszimmer. Im Jahre 1854 erhielt der Raum
ein Neorokoko-Kleid. An der Wand hängt ein grosses Bildnis Kaiser Franz Josephs
I.
Einige Pastellbilder von Liotard schmücken den Salon zusätzlich. Auf ihnen sind
der elfjährige Thronfolger Joseph II. und einige Töchter Maria Theresias zu sehen.
Ein Portrait von Marie Antoinette wird dem Maler Joseph Kranzinger
zugeschrieben.
Marie Antoinette-Zimmer:
Zu Zeiten Kaiserin Elisabeths wurde der Saal als Familienspeisezimmer genutzt.
Die vollständige Tafel ist gedeckt mit Wiener Porzellan, Kristallgläsern mit
Prismenschliff von Lobmeyr und Wiener Hoftafelsilber von Mayerhofer & Klinkosch.
Das Tafelzeremoniell war in diesem Zimmer nicht so üppig, wenn die Kaiserfamilie
im engen Kreise speiste. Hier sprach man miteinander sogar über den Tisch, während
man bei der zeremoniellen Hoftafel lediglich mit dem Tischnachbar in leisem Ton
sich unterhalten durfte. Beim familiären Dinieren bevorzugte man hier die
einfachere Wiener Hausmannskost, bei offiziellen Anlässen jedoch servierte man
französische Gerichte. In der Mitte der Wand hängt ein Gemälde, welches die
Kaiserin Elisabeth zeigt mit Diamanten und Rubinen geschmückt. Die Bezeichnung
des Zimmers rührt von einem Gobelin, auf dem Marie Antoinette mit ihren Kindern
zu sehen ist. Der Gobelin war ein Geschenk Napoléons III. an Kaiser Franz Joseph
I.
Kinderzimmer:
Die Bezeichnung des Raumes geht nicht etwa auf eine Verwendung als Spiel- oder
Schlafzimmer der Kinder zurück, sondern wird so benannt, weil sich darin mehrere
Portraits von Maria Theresias Töchtern befinden. Der wertvolle Louis
XVI.-Sekretär ist das einzige Überbleibsel aus dem Besitztum von Marie
Antoinette, welche um 1793 als Königin von Frankreich hingerichtet worden ist.
Das Badezimmer, welches zu dem Raum gehört, wurde 1917 für
Kaiserin Zita
eingerichtet.
Frühstückskabinett:
Es gibt Räume im Schloss Schönbrunn, an deren Ausstattung Mitglieder
der Kaiserfamilie höchstpersönlich mitgearbeitet haben, so auch beim
Frühstückskabinett. In die Wandmedaillons sind Applikationsstickereien
integriert, welche von Elisabeth Christine, der Mutter Kaiserin Maria Theresias,
geschaffen wurden.
Schlaf- und Sterbezimmer Franz
Josephs: In
diesem Raum kommt die sparsame und materiell bescheidene Gesinnung des Kaisers
zum Ausdruck. Im Gegensatz zum Audienzzimmer war sein Schlafzimmer bescheiden
und einfach eingerichtet. Sein Tag begann bereits um 4 Uhr morgens. Dann stand
der Kaiser auf, wusch sich mit kalten Wasser und verrichtete auf dem schlichten
Schemel sein Morgengebet. Er schlief in einem einfachen eisernen Bett, in
welchem er 1916 im Alter von 86 Jahren starb. Im Raum befinden sich zahlreiche
private Bilder und Photographien, wovon viele die Kaiserin Elisabeth zeigen.
Jagdzimmer:
Das Jagdzimmer ist der einzige Raum welcher daran erinnert, dass Schloss
Schönbrunn einst ein einfaches Jagdschloss war. Es befinden sich
darin einige Gemälde, davon trägt eines den Namen „Rebhühner vor Schloss
Schönbrunn“ vom Maler Hamilton. Auf dem Gemälde ist im Hintergrund Schloss
Schönbrunn zu sehen in der Gestalt, wie es von
Johann Bernhard Fischer von Erlach konzpiert
wurde.
Schreibzimmer und Salon Franz
Karls:
Franz
Karl, der Vater Kaiser Franz Josephs, hat diesen Raum zuletzt bewohnt. Die
heutige Ausstattung erhielt das Zimmer erst nach dem Tod Franz Karls im Jahre
1878. Im Raum hängen mehrere Gemälde aus der Zeit Maria Theresias. Besonders
bekannt ist das Familienportrait von Martin van Meytens, welches Kaiser Franz I.
Stephan mit Maria Theresia und elf ihrer Kinder auf der Schlossterrasse zeigt.
Terrassenkabinett:
Das Zimmer wird auch „Blumenkabinett“ genannt wegen der gemalten
Blumengirlanden, welche die Wände zieren. Der Raum liegt zur Seite des
Ehrenhofes hin und hat einen Zugang zur Terrasse über den Arkaden. Die
Deckenmalerei im Rokokostil von Johann Zagelmann aus dem Jahre 1770 ist
besonders bemerkenswert. Sie zeigt eine farbenfrohe Scheinarchitektur, einen
Himmel mit vielen spielenden Putten.
Reiches Zimmer:
Es ist das Geburtszimmer
Kaiser Franz Josephs. Zuvor bewohnten seine Eltern, Franz Karl und
Erzherzogin
Sophie, das Zimmer, in dem sie schliefen. Die Papiertapete ist original und mit
Blätterdekor bedruckt. Das Paradebett, das sich im Raum befindet, ist das einzig
erhaltene dieser Art vom Wiener Hof. Es stammt aus der Zeit Maria Theresias und
hatte sich zuvor in der Hofburg befunden. Nach einer gründlichen Restaurierung
im Jahre 1980 wurde das mit rotem Samt und wertvoller Goldstickerei verzierte
Prunkbett in diesem Raum aufgestellt.
Schreibzimmer der Erzherzogin
Sophie: Im 19.
Jrh. liess sich die Mutter Franz Josephs, Erzherzogin Sophie, dieses
Schreibzimmer einrichten. Davor wurde es als Bibliothek genutzt. Hinter den
Wandvertäfelungen, welche sich öffnen lassen, befinden sich Bücherregale.
Porzellanzimmer:
Diesen Raum nutzte Maria Theresia als Arbeits- und Spielzimmer. Den Namen
erhielt das Zimmer wegen seiner Wandverkleidung, welche aus blau-weissem
Rahmenwerk besteht, welches den Eindruck von Porzellanvertäfelung erweckt. Das
Porzellanzimmer ist ein weiteres Beispiel für die Mitarbeit der Kaiserfamilie an
der Ausstattung des Schlosses. Den Entwurf für die Ausstattung dieses Zimmers
hat vermutlich Isabella von Parma, Maria Theresias Schwiegertochter und erste
Gattin Kaiser Josephs II. geschaffen. Das Rahmenwerk umfasst 213
Tuschzeichnungen, welche von Kaiser Franz I. Stephan und einigen seiner Kinder
persönlich angefertigt wurden. Dabei haben sie sich durch Vorlagen von Pillemont
und Boucher inspirieren lassen.
Gobelinsaal:
Die Wände dieses Saals werden von Brüsseler Wandteppichen aus dem 18. Jrh.
geschmückt. Auf der mittleren grossen Tapisserie ist der Hafen von Antwerpen
abgebildet. Die sechs kostbaren Sessel im Zimmer sind ebenfalls mit Tapisserien
bezogen und zeigen die zwölf Monate des Jahres. Bewohnt hatte den Raum
hauptsächlich Erzherzogin Sophie. Nach deren Tod wurde er anlässlich der Wiener
Weltausstellung im Jahre 1873 so ausgestattet, wie er heute noch ist.
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Millionenzimmer:
Der vorherige Name des Zimmers war „Feketin-Kabinett“. Den jetzigen Namen
erhielt es wegen der überaus wertvollen Vertäfelung aus edelstem Rosenholz. 61
Kartuschen im Rokokostil umfassen indisch-persische Miniaturarbeiten, welche
Szenarien aus dem Leben der indischen Mogulherrscher im 16. und 17. Jrh. zeigen.
Die Miniaturen mussten den Kartuschen angepasst werden, da diese asymmetrische
Formen haben. Dafür wurden die Blätter von der Kaiserfamilie in Teile
geschnitten und in Form einer Collage zu neuen Bildern zusammengesetzt. Der
auffallende Kronleuchter ist eine Wiener Bronze-Handarbeit mit Emailleblüten aus
dem Jahre 1760. In der Ecke hinter dem Sofa steht eine Büste Marie Antoinettes. |
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Miniaturenkabinett:
Dem Millionenzimmer benachbart ist das so genannte Miniaturenkabinett. die
zahlreichen kleinen Bilder an den Wänden sind Werke von Maria Theresias Gemahl
Kaiser Franz I. Stephan und einigen deren Kinder. Auf dem kleinen Tisch stehen
Gedecke aus altem Porzellan der Manufaktur Thun-Klösterle, welches ursprünglich
für den Prager Hof angefertigt worden ist.
Blauer Chinesischer Salon:
Ursprünglich war der Salon mit Nussholzvertäfelung ausgestattet. Um 1806 liess
man diese durch chinesische Reispapiertapeten ersetzen. Die Tische haben
auffallende schwarze Oberflächen mit eindrücklichen florentinischen Intarsien
und Halbedelsteinen. In dem Saal wurden die Verhandlungen abgehalten, welche am
11. November 1918 den Verzicht Kaiser
Karls I. auf den Thron zur Folge hatten.
am Tage darauf entstand die Republik Österreich. Im Blauen Chinesischen Salon
fand also die Herrschaft der Habsburger und somit die Stellung des Schlosses
Schönbrunn als Kaiserresidenz ihr Ende.
Vieux-Laque-Zimmer:
Das Zimmer wurde von Maria Theresia unmittelbar nach dem plötzlichen Tod deren
Gemahls Franz I. Stephan um 1765 als Gedenkraum eingerichtet. Ausdruck von
tiefster Trauer sind unter anderem die aus dem fernen Peking stammenden
schwarzen Lacktafeln, welche in die Nussholzvertäfelung integriert und mit
reicher goldener Umrahmung versehen sind. Eigens für dieses Zimmer liess die
Kaiserin mehrere Portraits anfertigen. Das Gemälde Franz I. Stephans ist ein Werk Pompeo Batonis und wurde um 1769, vier Jahre nach des Kaisers Ableben,
angefertigt.
Napoleon-Zimmer:
Während der Besetzung Wiens durch Napoléon von 1805 bis 1809, residierte dieser
im Schloss Schönbrunn. Vermutlich hat Napoléon den Raum als Schlafzimmer
benutzt. An der Wand hängt ein Gemälde, das den Sohn Napoléons, Herzog von
Reichstadt, im Kindesalter zeigt. Es stellt ihn als kleiner Gärtner im Park von
Schloss Laxenburg dar, da er ein grosses Interesse für die Botanik hegte. 1832
starb der Herzog im Alter von 21 Jahren in diesem Zimmer an Tuberkulose. Hier
befinden sich noch immer die Totenmaske des Herzogs und eine Haubenlerche, sein
geliebtes Haustier.
Blaue Stiege:
Über diese Treppe gelangten Gäste ins Obergeschoss. Maria Theresia ordnete den
Bau dieses Treppenhauses an, welcher unter der Leitung des Architekten Nikolaus
Pacassi durchgeführt wurde. Zuvor befand sich an dieser Stelle ein Speiseraum.
Bei Festanlässen wurde die Stiege reich mit Orangenbäumen und Palmen dekoriert.
Schlosskapelle:
Die Kapelle ist der heiligen Magdalena geweiht. Sie ist einer der wenigen Räume
im Schloss, die ihre ursprüngliche Ausstattung Fischer von Erlachs weitgehend
erhalten haben. Der Innenraum dürfte vermutlich von Andrea Pozzo gestaltet
worden sein. Maria Theresia liess nach 1740 das Portal, die Oratorien und die
Emporen verändern und versetzen. An der Decke liess sie Fresken von
Daniel Gran anbringen und von Georg Raphael Donner den Marmoraltar und das
Relief für den Tabernakel schaffen. Am 20. April 1745 wurde die Kapelle von
Sigismund Graf Kollonitsch, Erzbischof von Wien, in Anwesenheit des gesamten
Hofstaates feierlich eingeweiht.
Rösselzimmer:
Im 19. Jrh. wurde dieser Raum als Tafelzimmer genutzt. Heute ist darin die
so genannte Marschalltafel aufgestellt, ein üppig geschmückter Tisch für die
Elite aus dem Militär. Beim Speisen war der Kaiser allerdings nie dabei, denn
das war zu Zeiten Franz Josephs Sitte. Die Bezeichnung des Saals rührt von den
Gemälden an den Wänden, welche Reitpferde aus den kaiserlichen Ställen zeigen.
Die Bilder stammen aus der Zeit der Kaiserinwitwe Wilhelmine Amalie und gehören
daher zu den ältesten Einrichtungsgegenständen des Schlosses Schönbrunn.
Berglzimmer:
Im Erdgeschoss des Schlosses befinden sich die Berglzimmer.
Namensgeber war der Maler Wenzel Bergl, der die Räume mit illusionistischen
Malereien ausstattete. Die Szenarien drücken den Lebensstil Maria Theresias aus
und beschreiben gleichzeitig umfangreiche Expeditionen, welche auf ihr Verlangen
hin unternommen worden sind.

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