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Palais Toskana

4. Bezirk, ehem. Argentinierstrasse 29
 

Auf dem Grundstück der ehemaligen Argentinierstrasse stand Anfang des 19. Jrh., als die Franzosen Wien besetzten, das Haus Freiherr-von-Kielmansegg, welches dem französischen Marschall Alexandre Berthier als Unterkunft diente. Diese Gebäude wurde um 1867 umgebaut und erweitert, wodurch ein riesiges Palais entstand. Die Fassade war in eleganter Neorenaissance gehalten. Nach der Fertigstellung wurde das Haus von Erzherzog Leopold Salvator von Toskana gekauft, dem Schwager Marie Valeries, jüngste Tochter von Kaiser Franz Joseph und Sissi. Lepold Salvator war mit Prinzessin Bianca von Bourbon verheiratet, mit welcher er eine reiche Kinderschar hatte. Im Jahre 1908 zog er mit seiner Familie ins Schloss Wilhelminenberg, welches mit seiner grünen Umgebung für die Kinder geeigneter war. Das Palais an der Argentinierstrasse wurde darauf vermietet. Nach dem Untergang der Donaumonarchie zog der Erzherzog nach Spanien.
Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Palais Bombenschäden, und die Mieter wollten es darauf renovieren lassen, damit sie ihre Wohnungen behalten konnten, welche einem Mieterschutz unterlagen. Doch für die Nachfahren des Erzherzogs bedeutete der beschädigte Riesenbau eine grosse finanzielle Last, welshalb sie ihn abtragen liessen und das Grundstück an den österreichschen Rundfunk verkauften. Heute steht an der Stelle der Toscanahof, ein hochmodernes Bürohaus mit interessanter Architektur.

Die Ausmasse des Palais Toskana waren beachtlich: Allein die strassenseitige Fassade war 60 Meter lang. Diese war im Stil der erhabenen Neorenaissance gestaltet. Zwei grosse Rundbogentore führten in den Innenhof, welcher von zwei ausgedehnten Seitenflügeln und dem Haupttrakt gebildet wurde. Hinten lag der Garten, welcher direkt an das Grundstück des Palais Albert Rothschild angrenzte. Die Fassade zum Garten hin mutete schlossartig an mit einem von Säulen getragenen Balkon mit Balustraden und nur einem Obergeschoss, welches eine reiche Pilastergliederung und in der Mitte riesige Rundbogenfenster aufwies.


Der Name des Hauses, welches heute an der Stelle
steht, ist alles, was an das prächtige Palais erinnert.

 


 









 

 

 

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