Piaristenkirc
 

Google
PlanetVienna Web


 
 Hotels in Wien

 
 
   Über Planet-Vienna
   
   Home
   Historia
   Geographie
      Die Bezirke
 
   In Wort und Bild
      Plätze/Strassen
      Kunst/Kultur
      Kirchen
      Prunkbauten
      Wiener Palais
      Kaffeehäuser
      Beisln / Heurige
      Varia
        Wien Umgebung
      Alt-Wien (Photos)
      Alte Ansichten
     Impressionen
       Vogelperspektive
       Bilderverkauf
   
   Architekten
   Musik
      Komponisten
      Operette
      Walzer
      Musikfiles
 
   Die Habsburger
   Wien und der Tod
  Wienerisches
   Blog
    
  Kontakt
  Partnerseiten
  Sitemap
  Disclaimer
English
   
   
   
   

 

 
Besucher seit Juni 2009
 
<< zurück
 

Palais Albert Rothschild

4. Bezirk, ehem. Prinz Eugen-Strasse 20-22

Gefällt mir

Salomon Rothschild, der Nachfahre vom jüdischen Wechselhändler Meyer Amschel Rothschild aus dem Frankfurter Ghetto, ist in Wien durch viel Geschick zum bedeutendsten Financier und dadurch zu einem unermesslich reichen Mann geworden. Baulich war es ihm jedoch nicht möglich, sich in der Stadt zu repräsentieren, da es Juden nicht erlaubt war, Gebäude zu errichten. Erst seinen beiden Nachkommen Nathaniel und Albert war es erlaubt, Eigenheime zu erbauen. Nachdem sich Nathaniel ab 1871 an der Theresianumgasse ein Palais hatte errichten lassen, begannen auf dem benachbarten Grundstück an der Prinz Eugen-Strasse die Bauarbeiten für ein Wohnpalais für Nathaniels jüngeren Bruder Albert, welcher die Leitung des Bankhauses Rothschild übernommen hatte.


 

Der französische Architekt M. Destailleur entwarf einen riesigen Wohnpalast im Stil der für Wien ungewöhnlichen französischen Neorenaissance. Der ängstliche Albert wünschte einen sicheren Abstand von der Strasse her und Schutz vor möglichen Eindringlingen. So war der grosse Ehrenhof mit einem hohen massiven Eisenzaun gegen die Strasse hin abgeschlossen. Von hier aus gesehen erweckte der Palast den Eindruck einer Trutzburg. Das Innere des Palais war mit einer atemberaubenden Fülle an Pracht und Kunst ausgestattet. Die Räume waren aussergewöhnlich gross und verschwenderisch. Allein der Tanzsaal zählte sich in Wien zu den grössten im privatem Kreise. Zahlreiche Feste und Bälle hat das Haus gesehen. Alberts Ehefrau Bettina starb im März 1892 an einer Krankheit, worauf Albert nicht mehr geheiratet hat. Er hatte lediglich eine Beziehung zu Helene Odilon, der früheren Frau des grossen Wiener Volksschauspielers Alexander Girardi. Albert Rothschild starb 1911, sein Nachkomme war Louis Rothschild.

 

Die Weltwirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre trieb auch das Bankhaus Rothschild in finanzielle Nöte, worauf Louis gezwungen war, in ein bescheideneres Haus in der Nachbarschaft zu ziehen. Das Palais an der Prinz Eugen-Strasse stand leer. Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland wurde Louis Rothschild am Flugplatz Aspern festgenommen und im berüchtigten Hotel Metropol am Morzinplatz gefangen gehalten. Gegen die Zahlung grosser finanzieller Beträge an Heinrich Himmler konnte sich Louis freikaufen und fliehen. Sein Palais wurde „arisiert“ und beherbergte fortan die „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“, welches später bloss eine beschönigende Bezeichnung war für die Koordination für die Deportationen der österreichschen Juden in die Vernichtunslager im Osten. Die Leitung hatte Adolf Eichmann inne.

Die Bombenangriffe von 1944 fügten dem Palais Albert Rothschild Schäden zu, welche allerdings nicht vergleichbare Ausmasse hatten wie diejenigen am Palais seines Bruders. Das Haus war durchaus weiterhin bewohnbar und diente nach dem Krieg als Unterkunft der sowjetischen Besatzungsmächte. Louis Rothschild hatte keine Pläne, das Bankhaus wieder zu eröffnen, und niemand interessierte sich für den Prachtbau, was das Schicksal dessen besiegelte. Das Interieur wurde im Jahre 1955 zu Spottpreisen verkauft und danach das prachtvolle Gebäude dem Erdboden gleich gemacht. Louis Rothschild starb im selben Jahr ohne Nachkommen in den USA. Einizig die Rothschildßschen Stallungen an der Plösslgasse blieben vom Abriss verschont. Der kleine Gebäudetrakt ist das letzte Überbleibsel des einstigen Rothschild-Palais. Hier ist heute eine Billa-Filiali eingemietet.
 


Helene Odilon


Die ehemaligen Stallungen an der Plösslgasse

 

 

 

© 2003-2010 Planet-Vienna, Zurich, Switzerland, webmaster (at) planet-vienna.com