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Philipp wurde
am 22. Juli 1478 in Brügge als einziger Sohn (eine Schwester) Kaiser
Maximilians I. geboren. Er galt nicht als besonders intelligent, obwohl er
gelehrig war und in Mechelen eine umfangreiche humanistische Erziehung
erhielt. Bei den ritterlichen Tätigkeiten und bei der Jagd war Philipp sehr
geschickt, und seine gute Figur sowie seine stets prachtvolle Kleidung
bescherten ihm den Beinamen „der Schöne“, was ihn bei den höfischen Damen
sehr beliebt machte. Manuskripten von Chronisten ist zu entnehmen, dass
Philipp stets Affären mit Damen pflegte und dadurch gelegentlich seine
Herrscherpflichten vernachlässigte. Am 21. August 1469 heiratete er in Lille
Johanna von Spanien, eine der tragischsten Figuren in der Geschichte der
europäischen Herrscherhäuser. Diese Heirat war für einmal nicht zum Zwecke
der Thronfolge, sondern sollte dazu dienen, Frankreich, den gemeinsamen
Feind Spaniens und Habsburgs, zu Isolieren. Die Ehe zwischen den beiden war
geprägt von Leidenschaft und Eifersucht.
Mit dem Tode ihrer Mutter Isabella wurde Johanna Königin von Kastilien, aber
da sich das Paar noch in den Niederlanden aufhielt, übernahm Johannas Vater
Ferdinand vorläufig die Regentschaft. Als Philipp und Johanna in Burgos in
Kastilien eintrafen, sprach man ihnen die Anerkennung ihrer Königsherrschaft
zu. Aber noch vor dem offiziellen Beginn der Machtausübung erkrankte Philipp
an Fieber, nachdem er bei einem Ballspiel ein kühles Getränk zu sich
genommen hatte und in Ohnmacht gefallen war. Fünf Tage später, am 25.
September 1506, verstarb er im frühen Alter von 28 Jahren in den Armen
seiner Frau. Er vermachte laut seinem Testament vom 2. Januar 1506 die
Herrschaft über die Staaten und alle Ansprüche seinen Söhnen Ferdinand und
Karl. Philipps Herz wurde in Brügge im Grab seiner Mutter Maria von Burgund
beigesetzt, sein Körper ist in der Kathedrale von Granada bestattet, nachdem
er noch lange Zeit in der Nähe seiner Witwe Johanna blieb.
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