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Der jüngste Bruder Kaiser
Franz Josephs I. wurde am 15. Mai 1842 in Wien geboren und war eine der schillerndsten Figuren im Hause Habsburg. Als junger Mann schlug er die für
männliche Mitglieder des Kaiserhauses typische Militärlaufbahn ein. So wurde
er General der Infanterie und stand einem Regiment vor. Sein Bruder
Maximilian I. unterbreitete Ludwig Viktor den Vorschlag, ihn zu
seinem Nachfolger und Erben zu machen. Dabei soll er mit der Tochter des
Kaisers von Brasilien vermählt werden. Er lehnte diesen Plan jedoch
entschieden ab.
Die Machenschaften des Kaiserhauses, welche ohnehin nur
politische Zwecke verfolgten, interessierten ihn nicht. Viel lieber
beschäftigte er sich mit Kunst und Architektur; so liess er sich
beispielsweise das imposante
Palais Erzherzog Ludwig Viktor am
Schwarzenbergplatz erbauen. Sein ungehemmtes Mundwerk und seine
Homosexualität sorgten für Unmut am Hofe und brachten ihm den Übernamen „Luzuwuzi“.
Kaiserin Elisabeth war ihm ganz und gar nicht wohlgesinnt und warf ihm vor,
er wolle mit Absicht Unruhe stiften innerhalb der Familie.
Weitere Skandale folgten, als Ludwig Viktor in Frauenkleidern erschien und
ganz besonders als er im damaligen Centralbad an der Weihburggasse (heutige
Gay-Sauna Kaiserbründl) einen deutlichen sexuellen Annäherungsversuch
startete, welcher so offensichtlich war, dass man ihn nicht mehr vertuschen
konnte. Das führte dazu, dass Sein Bruder Franz Joseph ihn von Wien weg
schickte nach Schloss Klessheim, um die Ehre des Kaiserhauses zu wahren.
Dort fühlte sich Ludwig Viktor wohl und liess das Barockschloss gestalten
und erbaute auf demselben Grundstück das so genannte Kavalierhaus.
Er
stellte grosszügige Spenden für die Kunstförderung bereit und war Mäzen des
Salzburger Kunstvereins. Ihm Jahre 1896 wurde er von Franz Joseph zur
Aufsichtsinstanz über das Österreichische Rote Kreuz ernannt. In seinen
letzten Lebensjahren überkam Ludwig Viktor zunehmen geistige Verwirrung, und
am 18. Januar 1919 starb er in seinem geliebten Schloss Klessheim. Sein
Grab befindet sich auf dem Friedhof von Siezenheim. Auf seinem Grabstein
steht kein Name gemeisselt, sondern lediglich die Worte:
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