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Sisi-Kapelle
19. Bezirk, Gspöttgraben
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Als sich Kaiser
Franz Joseph und
Elisabeth im
Jahre 1854 vermählten, gab Baron Johann Carl Freiherr von Sothen - ein
zwielichtiger Mensch, einerseits Wohltäter und andererseits unerbärmlicher
Tyrann – dem Architekten Johann A. Garben den Auftrag zum Gedenken an die
kaiserliche Hochzeit am „Himmel“ eine Kapelle im gotischen Stil zu
errichten. Diese sollte zudem später die Grabstätte des Bauherrn und seiner
Frau Franziska werden. 1856 war die Kapelle vollendet und konnte geweiht
werden. Da sie in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Schlosses am Himmel in
einer herrlichen Gartenanlage im englischen Stil stand, wurde sie oft und
gern besucht. |
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Nach Sothens Tod wurden die Sisi-Kapelle und das
Schloss seinem Wunsch gemäss vom Kloster „Zum armen Kinde Jesu“ betreut.
1927 wurde die Kapelle renoviert und 25 grosse Eichenbäume gefällt, um den
Blick auf die Kapelle zur Gänze freizugeben. Nach schweren Beschädigungen im
Zweiten Weltkrieg wurde die Kapelle dem Verfall überlassen. In den 70er
Jahren rettete ein Entscheid des Bundesdenkmalamtes das Kirchlein in letzter
Sekunde vor dem Abrissbefehl. Vorerst wurde jedoch weiter nichts
unternommen, und Vandalismus sorgte für weitere Zerstörungen an der ohnehin
stark baufälligen Kapelle. Als Massnahme wurden der Eingang und die Fenster
zugemauert. Das Altarbild von Leopold Kupelwieder wurde demontiert,
restauriert und 1986 ins Dom- und Diözesanmuseum in Sicherheit gebracht.
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2002
ergriff das Kuratorium „Rettet den Wald“ die Initiative für die Rettung
der Sisi-Kapelle. Sie wurde aufwändig restauriert und erstrahlt seit
2005 nach der erneuten Weihe in strahlendem Weiss.
Die Sisi-Kapelle war eines der ersten Gebäude im neugotischen Stil in
Wien. Auffallend sind die filigranen Formen, die schlanken
Strebepfeiler, die Fialen und die Lanzett- und Masswerkfenster. Sie
geben der Kapelle ein feines und zerbrechliches Erscheinungsbild. An der
Seite ist eine Gedenktafel angebracht, welche darauf hinweist, dass in
der Gruft unter der Kapelle das Ehepaar Sothen ruht.
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Die Sisi-Kapelle kurz nach der Fertigstellung

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