|
<<
zurück
Kirche Maria Schmerzen
Pfarrkirche Kaasgraben
19. Bezirk, Stefan-Esders-Platz
|
Die Kirche ist in erster
Linie unter der Bezeichnung „Kaasgrabenkriche“ bekannt. Im 19 Jrh.
gehörte das Grundstück einem Grossfuhrwerkbesitzer namens Kohtbauer,
welcher im 7. Bezirk ein Haus
besass, in dessen Hof eine grosse Pietà stand, welche von den Menschen
stets verehrt und gerne zum Gebet aufgesucht wurde. Ende 19. Jrh. wurde
Kothbauers Haus abgetragen, worauf er die Pietà nach Grinzing bringen
und in einer eigens dafür errichteten Kapelle aufstellen liess. In
unmittelbarer Nähe führte Kothbauer einen Heurigen, den er so tüchtig
betrieb, dass immer mehr Gäste kamen, die gleichzeitig auch die Kapelle
besuchten, welche somit immer beliebter und bekannter wurde. Aufgrund
Wettbewerbsstreitigkeiten mit anderen Heurigenwirten musste Kothbauer im
Jahre 1903 seinen Betrieb schliessen. Ein wohlhabender Wiener Kaufmann,
Stefan Esders, kaufte das Grundstück, liess die Kapelle abtragen und
stellte das Geld für eine Wallfahrtskirche zur Verfügung. die
Architekten Franz Kupka und Gustav Orgelmeier wurden mit der Planung und
der Errichtung der Kirche beauftragt. |
 |
|
Nach nur
einem Jahr Bauzeit konnte das neue Gotteshaus am 30. April 1910 von Bischof
Dr. Gottfried Marschall eingeweiht werden. Die Bezeichnung „Kaasgrabenkirche“
geht auf einen ehemaligen Flurnamen zurück, der durch eine schwefelhaltige
Quelle entstanden war, welcher milchiges Wasser entsprang, das wie
Käsewasser aussah und auch entsprechend gerochen hat.
Die
Wallfahrtskirche Maria Schmerzen am Wiener Stadtrand ist ein sehr gelungener
neobarocker Bau, welcher sich von den Barockkirchen aus dem 18. Jrh. auf den
ersten Blick kaum unterscheidet. Der Kirche ist ein Hufeisenförmiger
Stiegenaufgang vorgelagert, auf dessen Innenseite ein Steinreliefzyklus den
Leidensweg Jesu zeigt. Der in weiss gehaltene Kirchenraum ist von Licht
durchflutet und weist zahlreiche neobarocke Zierelemente auf. Hauptblickfang
ist der mächtige Hochaltar im Chorraum mit vier Marmorsäulen, welche die
reiche Altarbekrönung tragen. |
 |
Diese ist nahezu monumental,
so dass der gesamte obere Altarraum ohne nennenswerten Schmuck auskommt. Die
barocke Pietà ist Bestandteil des Hochaltars, in dessen Zentrum sich ein
grosses Gemälde von Rudolf Fuchs befindet, das eine Engelsgruppe zeigt,
welche Maria verehrt. Die grosszügige dreischiffige Orgelempore reicht weit
ins Kirchenschiff, wodurch dieses deutlich verkürzt wird. Auffallend ist das
Fehlen von Seitenaltären. An deren Stelle prangen in je einer Nische die
lebensgrossen Statuen der beiden Heiligen Franz von Sales und Bernhard. Eine
Gedenktafel an der Aussenwand erinnert an den Katholiken Dr. Hans Karl
Freiherr Zessner von Spitzenberg, welcher im März 1938 in der Kirche Maria
Schmerzen von den Nationalsozialisten verhaftet wurde und noch im gleichen
Jahr im KZ Dachau an den Folgen schwerer Misshandlung starb. Die
Kaasgrabener Pfarrkirche ist bei Hochzeitspaaren sehr beliebt nicht zuletzt
aufgrund ihrer schönen Lage auf einer Kleinen Anhöhe des Kahlenberger
Höhenzugs.
|

|