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Als Anfang 18. Jh. in Wien die Pest wütete,
schrumpfte die Anzahl Bewohner von Gross-Jedlersdorf auf 37. Als sich der
schwarze Tod zurückgezogen hatte, errichtete man um 1713 als Dank eine
kleine Kapelle aus Holz, die dem Pestheiligen Karl Borromäus geweiht war.
Sie wurde mehrmals erweitert und diente ab 1783 als Pfarrkirche. Um 1785
wurde der Turm hinzugebaut, und die Kirche erhielt allmählich ihre heutige
Gestalt. Während des Franzosenkrieges erlitt Jedlersdorf grossen Schaden
durch Feuersbrünste, wobei auch die Kirche stark in Mitleidenschaft gezogen
wurde. Um 1822 war sie wieder instand gestellt.
Die Borromäuskirche ist ein spätbarocker
josefinischer Saalbau. Die Formen sind eher schlicht, aber vornehm. Der
mittige Turm trägt ein Haubendach. Das Hochaltarbild stammt von A. Nigg und
wurde um 1838 angefertigt. Davor steht das Gnadenbild „Klein Maria Taferl“.
Es wurde lange Zeit hochverehrt und zog viele Pilger an. Es trug sich zu,
dass bei einem Grossbrand in Jedlersdorf im Jahre 1748 die Einwohner nicht
Herr über das Feuer zu werden vermochten. |
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Verzweifelt warf der Wallfahrtsvorsteher Franz
Dattler ein Bildnis der schmerzhaften Muttergottes in die Flammen in der
Hoffnung, die Kraft der Gottesmutter möge die Flammen tilgen. Er hatte das
Bild aus dem Wallfahrtsort Maria Taferl in Niederösterreich mitgebracht. Und
wie durch ein Wunder breiteten sich die Flammen nicht weiter aus, und das
Feuer konnte gelöscht werden. Bei den Aufräumarbeiten entdeckte man in den
verkohlten Trümmern das unversehrte Gnadenbild. Später brachte man das
Gnadenbild vorübergehend in die
Karmeliterkirche in der
Leopoldstadt. Danach
kam es wieder in die Pfarrkirche Gross-Jedlersdorf, wo es sich heute noch
befindet.
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