|
In der heutigen
Brigittenau, in der Region gegen die Landspitze, wo der Donaukanal den Strom
verlässt, verlief einst die Handelsstrasse von Wien nach Prag. Die Gegend
wurde „Wolfsau“ genannt und die Stelle bei der Brücke „Wolfsschanze“, weil
da ein wichtiger Verteidigungswall stand. Als im 30jährigen Krieg die
Schweden die Wolfsschanze erobert hatten, befahl der Kaiser deren
Rückeroberung. Erzherzog
Leopold Wilhelm verfolgte den Kampfverlauf und
schlug sein Zelt vor Ort im Feldlager auf. Während er eines Tages seine
Morgenandacht abhielt, fiel eine Bombe durch sein Zeltdach, aber wie durch
ein Wunder soll er unverletzt geblieben sein und als Dank den Bau einer
Kapelle gelobt haben, welche der schwedischen Heiligen Brigitta geweiht
werden sollte. Soweit die Legende zur Entstehung der Brigittakapelle.
Auf Geheiss Kaiser
Ferdinands III. wurde die Kapelle um 1650 vom Architekten
Filippo Luchesi errichtet. Sie blieb lange das einzige Gotteshaus in der
Gegend, bis 1867-73 weiter südlich die
Brigittakirche erbaut wurde. In der
Folge verlor die Brigittakapelle ihre Bedeutung und wurde ihrem Zerfall
überlassen. |
 |