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Wagnervillen
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Der bedeutende
Jugendstilarchitekt Otto Wagner entwarf und erbaute in den Jahren 1886 bis
1888 für sich und seine Familie in Hütteldorf ein Sommerhaus (1.
Wagner-Villa), welches er jedoch ab 1895 permanent bewohnte. Nachdem seine
Kinder gross geworden und ausgezogen waren, fühlte er sich in dem Haus nicht
mehr wohl, da es für seine Ansprüche zu gross war. Er verkaufte die Villa
dem damaligen Besitzer des Ronacher, Ben Tieber, und baute für sich gleich
nebenan ein kleineres Wohnhaus (2. Wagner-Villa). Die 1. Wagner-Villa
verwahrloste jedoch allmählich und geriet fast in Vergessenheit. Erneute
Aufmerksamkeit wurde ihr jedoch zuteil, als der berühmte Schriftsteller
Heimito von Doderer sein letztes Werk „Romanfragment No. 7, Der Grenzwald“
verfasste, in welchem die Villa Wagner Schauplatz bot. Als später der Maler
und Grafiker Ernst Fuchs in den Besitz der Villa kam, liess er das Haus
renovieren und im Wagner-Stil teils erweitern. Ernst Fuchs wohnt und wirkt
heute in Monte Carlo, stellt jedoch in der Wagner-Villa seine Werke aus.
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Die 1. Wagner-Villa ist ein
spektakulärer Bau im Stil der freien Renaissance am steilen Abhang des
Hüttelberges. Dem Haus ist eine Freitreppe mit verspielten Eisengeländern
vorgelagert. Sie führt zum Mittelteil des Hauses, welcher eine gegen die
Vorderseite offene Halle darstellt, griechisch anmutend und von vier grossen
Säulen mit vergoldeten Kapitellen getragen. Deckenornamente und Reliefwerk
zieren die Halle. Seitlich der Halle ist je eine grosse Wandnische mit
Ziervase angebracht, mit barockisierender Ornamentik reich verziert, darüber
je eine Inschriftentafel. Deutlich zurückversetzt schliessen die beiden
Seitentrakte an. Um das Haus liegt sorgfältig gepflegtes Buschwerk. Links im
Garten etwas versteckt in den Bäumen steht ein Gartenpavillon mit reicher
Ornamentik, die sich an byzantinischen und asiatischen Formen orientiert.
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Die 2. Wagner-Villa
gleich nebenan ist eine Stahlbetonkonstruktion und wesentlich schlichter
konzipiert. Kubische Formen, Ecken, Kanten und die Farbe Blau prägen das
auf den ersten Blick nüchterne Erscheinungsbild. Ein auslandendes Gesims
säumt das Flachdach. Die Fensterbemalung über dem Eingang und die Mosaiken
in der Loggia stammen von Kolo Moser, welcher beispielsweise auch bei den
Wienzeilehäusern eng mit Otto Wagner zusammenarbeitete. |
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