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Borromäuskirche am Wienerwald
(Versorgungsheimkirche)

13. Bezirk, Versorgungsheimplatz
 

Im Jahre 1901 kam der Wiener Gemeinderat zum Entschluss, am Rande des Wienerwaldes in Hietzing ein städtisches Versorgungsheim (heute Geriatriezentrum) zu errichten. Kaiser Franz Joseph I. persönlich förderte die Planung und die Errichtung der Anlage, welche als eine der bedeutendsten sozialen Errungenschaften Wiens um die Jahrhundertwende galt und von den Architekten Johann Scheiringer und Rudolf Helmreich realisiert wurde. Auf einem 35 Hektar grossen ansteigenden Gelände wurden 29 Gebäude platziert, welche sich regelmässig auf die Parkanlage verteilen.
In der Mitte des Geländes thront die dem hl. Karl Borromäus geweihte Versorgungsheimkirche, welche ebenfalls von Johann Scheiringer geplant wurde. Im Oktober 1902 erfolgte die Grundsteinlegung, und nach weniger als zwei Jahren, im August 1904, konnte die Borromäuskirche feierlich eingeweiht werden. In den 80er und 90er Jahren des 20. Jh. wurde die Kirche umfassend renoviert.

An erhöhter Lage steht die stattliche Kirche mit ihren 54 Meter hohen Doppeltürmen und überragt weithin sichtbar die Häuserlandschaft Hietzings. Es handelt sich um eine neoromanische Kirche in basilikaler Form. Im Zentrum der Hauptfassade unter dem grossen Giebel steht ein grosses Fenster mit romanischem Masswerk. Das Innere der Kirche ist farbenfroh und reich ausgestattet mit einer Fülle an Kunsthandwerk und Malerei. Ein Querschiff durchbricht den Längsverlauf des Innenraumes und verleiht der Kirche einen kreuzförmigen Grundriss.


 


 

Auffallend ist die Decke, welche nicht wie üblich Gewölbe aufweist, sondern direkt aus dem hölzernen Dachstuhl besteht. In der Mitte des Schiffes hängt ein mächtiger Messingluster mit drei Metern Durchmesser und 72 Armen. Die Kanzel vorne links besteht aus wertvollem Marmor und trägt einen hölzernen Deckel mit einer Engelsfigur. Das Halbrund der Apsis ist mit leuchtendem Blau ausgemalt, was der Farbenvielfalt des Innenraums zum Höchstmass verhilft. Der rechte Seitenaltar zeigt Josef mit dem Jesuskind, der linke die heilige Anna. Der Hochaltar trägt ein dreiteiliges Gemälde, auf welchem Karl Lueger, Karl Borromäus und ein altes Ehepaar aus dem Versorgungsheim zu sehen sind, welche alle auf die sich in der Mitte befindenden Gottesmutter Maria mit dem Kinde schauen.
 


 

 


 

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