Suche
PlanetVienna Web


 
 Hotels in Wien

 
  Kontakt
   Über Planet-Viennaa
   
   Home
   Historia
   Geographie
      Die Bezirke
 
   In Wort und Bild
      Plätze / Strassen
      Kunst / Kultur
      Kirchen
      Prunkbauten
      Wiener Palais
      Kaffeehäuser
      Beisln / Heurige
      Varia
        Wien Umgebung
      Alt-Wien (Photos)
      Alte Ansichten
     Impressionen
       Vogelperspektive
       Bilderverkauf
   
   Architekten
   Musik
      Komponisten
      Operette
      Walzer
      Musikfiles
 
   Die Habsburger
   Wien und der Tod
  Wienerisches
   Blog
    
  Partnerseiten
  Sitemap
  Disclaimer
English
   

 

 

<< zurück
 

Die Sofiensäle

3. Bezirk, Marxergasse 17
 

Der Textilgewerbler Franz Morawetz erhielt um 1838 von einem russischen Offizier den Rat, in Wien ein Dampfbad im russischen Stil zu errichten, da es ein Bad dieser Art in Wien noch nicht gab. Gesagt, getan - Josef Gerl lieferte die Pläne. Als eine Kammerfrau der Erzherzogin Sophie im Bad von einem Leiden geheilt worden war, wurde das Bad in Sofienbad umbenannt. In der Zeit von 1845 bis 1849 wurde das bestehende Bad von Eduard van der Nüll und August Sicardsburg erweitert und ausgebaut, Logen und Galerien eingezogen Das Bad erhielt eine Zweitfunktion als Ball- und Konzertsaal. Vor allem im Sommer wurde es als Tanz- und Musikstätte benutzt, im Winter hingegen nach wie vor als Schwimmbad.
Daas grosse Schwimmbecken wurde mit Brettern übrdacht. Der so entstandene Tanzboden hatte durch den Hohlraum darunter eine hervorragene Resonanz.

1848 konzertierte hier Johann Strauss Vater, worauf bald die bedeutendsten Tanzformationen der Monarchie in den Sofiensaal kamen und aufspielten.1886 wurde ein zweiter Saal hinzugebaut, der "Blaue Salon", worauf nicht mehr einfach vom Sofiensaal die Rede war, sondern von den Sofiensälen - im Plural.. Um 1898 erhielt das Gebäude seine heutige Hauptfassade, welche architektonisch der Zeit angepasst war.
Am 22. März 1912 nahm in den Sofiensälen ein rabenschwarzes Kapitel seinen Anfang: An jenem Tag hielt der deutsche Schriftsteller Karl May, wenige Tage vor seinem Tod, hier einen Vortrag mit dem Übertitel "Empor ins Reich des Edelmenschen". Damit präsentierte er dem Volk seine zweifelhaften Ideen zur Verbesserung der Welt. Im Publikum sass der gescheiterte und verbitterte Kunststudent Adolf Hitler und lauschte Mays Gedanken, von denen er sehr bewegt war und sie in sein eigenes ungesundes Gedankengut einverleibte. 14 Jahre später, am 4. Mai 1926 wurde im Sofiensaal die Österreichische NSDAP gegründet. Ab 1938 wurden in den Sofiensälen die Juden aus der Umgebung zusammengetrieben und für die Deportation in die Vernichtungslager im Osten vorbereitet.


 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Sofiensäle wieder ihren eigentlichen Bestimmungen übergeben. 1948 wurde die eingezogene Decke entfernt und das Dachstuhlgerüst freigelegt. Das Foyer wurde durch den Maler Konrad Honold umgestaltet. Die Sofiensäle waren Austragungsort von rauschenden Bällen, Festkonzerten, Theateraufführungen, seltenen Opern und andern kulturellen Grossveranstaltungen. In den 5056-, 60er- und 70er-Jahren betrieb die Firma DECCA hier ein hochmodernes Aufnahmestudio und produzierte zahlreiche Tonträger - oft mit den Wiener Philharmonikern. Bis in die 80er-Jahre diente das Haus weiterhin für Ball- und Konzertveranstaltungen. Obwohl bereits um 1886 von einem Abriss und dem Bau eines Hotels die Rede war, blieb die geschitsträchtige Location bestehen. In den 90er-Jahren wechselte das Konzept, und es fanden Clubbings statt, die bis weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt waren.

Am 16. August 2001 wurden Reparaturarbeiten am Dach vorgenommen. Dabei entstand unbemerkt ein Schwellbrand, der den Dachstuhl vollständig zerstörte. Das Gebäude brannte aus, und zurück blieb bloss eine traurige Ruine, welche noch heute unverändert ihr Dasein fristet. Noch immer stehen die übriggebliebenen Mauern unter Denkmalschutz, weshalb eine Abtragung der Ruine nicht möglich ist. Die damalige Eigentümerin plante den Bau eines Hotels, sah es aber als nicht realisierbar, die denkmalgeschützten Überbleibsel der Spfiensäle in einen modernen Neubau zu integrieren. Zwischen der Eigentümerin und dem Bundesdenkmalamt herrschte ein Dauerzwist.
Die aktuelle Eigentümerin plant auf dem Areal ein Projekt mit Wohnungen, Büroräumen und Geschäften. Die stehengebliebenen Gebäudeteile sollen in das Projekt integriert werden. Der grosse Saal soll restauriert, respektive rekonstruiert und Schauplatz für kulturelle Veranstaltungen werden. Ende 2013 soll alles fertig gestellt sein.
 


 

 

Die Sofiensäle um 1934

 

 

© 2003-2012 Planet-Vienna, Zurich, Switzerland, webmaster (at) planet-vienna.com