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Ehemalige Schwarzspanierkirche
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Hinter der heutigen
Votivkirche an der Schwarzspanierstrasse stand einst die Klosterkirche der
Benediktiner von Montserrat (Schwarzspanier), welche während der
Türkenbelagerung um 1683 zerstört wurde. Um 1690 erfolgte die
Grundsteinlegung zu einer neuen Klosterkirche mit einer mächtigen
Hauptfassade, welche fast 50 Jahre später, am 6. September 1739, durch
Erzbischof Sigismund Graf von Kollonitsch eingesegnet wurde. Der schwäbische
Künstler Johann Baptist Straub schuf einen grossen Teil der barocken
Ausstattung wie Kanzel, Kirchenbänke, Orgelbekrönung, Ornamente und
figuraler Schmuck. Der Glockenturm war erst im Jahre 1749 vollendet, musste
aber um 1755 nach einem schweren Blitzschlag wieder demoliert werden.
Um 1780 verliess der Schwarzspanierkonvent das Kloster und siedelte in den
heutigen 1. Bezirk um, worauf die Kirche dem Militär-Ärar zur Verfügung
gestellt wurde. Zwischen 1780 und 1787 wurde die Innenausstattung der Kirche nach
und nach abgetragen und auf andere Kirchen verteilt. Ein prachtvolles
Gemälde von Antonio Belucci wurde in die Jesuitenkirche von Linz gebracht,
und die Deckenfresken des berühmten Malers Antonio Pellegrini wurden einfach
übermalt. Im Jahre 1787 liess Kaiser
Joseph II. die Schwarzspanierkirche
gänzlich aufheben und profanieren, worauf sie als Militärbettenmagazin
verwendet wurde. |
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Um 1861 wurde die
ehemalige Schwarzspanierkirche als evangelische Kirche wiedereröffnet und
neu ausgestattet mit Orgel, Kanzel und Kirchengestühl. Die evangelischen
Soldaten der Wiener Garnison hielten hier ihre Messen, was der Kirche die
Bezeichnung „Garnisonskirche“ brachte. Um 1918 wurde die Kirche geschlossen,
und die Stiftskirche an der
Mariahilferstrasse übernahm wieder die Funktion
der Garnisonskirche, denn diese hatte sie zuvor bereits bis ins Jahr 1799
inne.
Im Jahre 1930 wurde die Schwarzspanierkirche wieder geöffnet und diente bis
1938 für das Abhalten orthodoxer Gottesdienste. Nach dem Anschluss
Österreichs ans Nazi-Deutschland wurde die Kirche als Wehrmachtskirche der
Protestanten verwendet. Um 1939 erfolgte eine Restaurierung, im Zuge derer
man Pellegrinis Gemälde wieder entdeckte und freilegte. Von der Erzdiözese
Wien erhielt die Kirche ein wertvolles Gemälde des Nürnberger Malers Joachim
von Sandrart gestiftet. Doch rund ein Jahr nach ihrer Wiedereröffnung am 23.
Mai 1943 wurde die Kirche von Kriegsbomben schwer getroffen und danach nicht
wieder aufgebaut. Um 1963 wurde die Ruine abgetragen, die mehr oder weniger
unbeschädigte Hauptfassade jedoch stehen gelassen. Sie ist heute Teil eines
evangelischen Studentenheimes, welches 1966 eröffnet wurde.
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Die Schwarzspanierkirche um 1724 |

Ansicht aus der Zeit um 1750 |

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