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Schloss Esterházy in Eisenstadt

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Das herrschaftliche
Schloss in der burgenländischen Hauptstadt geht auf eine gotische Burg
aus dem 13. Jh. zurück, welche im Besitz der ungarischen Familie
Gutkeled war. Diese verkaufte die Burg um 1364 an die einflussreiche
Familie Kaniszai, welche umfängliche Um- und Ausbauten der Burg vornahm
und zudem mit Erlaubnis des ungarischen Königs ganz Eisenstadt mitsamt
der Burg von einer Mauer einkreisen liess.
Um 1445 wurde Eisenstadt
Besitztum der Habsburger, welche die Burg als Pfandleihgabe verwendete.
Als solche gelang sie um 1622 in die Verwaltung der Familie Esterházy,
und um 1649 kaufte Ladislaus Graf Esterházy durch Abzahlung der
Pfandsumme die Burg. Nach seinem Tod veranlasste sein jüngerer Bruder
Paul ab 1663 einen gross angelegten Umbau zu einem prächtigen
Barockschloss, wofür er den aus Como stammenden, in Wien wohnhaften
Architekten Carlo Carlone beauftragte. Die Pläne aber stammen
ursprünglich möglicherweise von Filiberto Lucchese. Während zehn Jahren
wurde gebaut. |
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Im folgenden Jahrhundert
wurde bis auf einige Umbauten im Innern kaum etwas an dem Schloss
verändert. Erst am Anfang des 19. Jh. entschliesst sich Nikolaus II.
Fürst Esterházy zu einem gross angelegten klassizistischen Umbau des
Schlosses, für den er den Architekten Charles Moreau gewinnen konnte,
welcher bereits in Wien Aufträge ausführte (Palais Pálffy,
Palais
Sternberg). Um 1803 begannen die Bauarbeiten, welche um 1809 jedoch
eingestellt werden mussten, das Eisenstadt von den Franzosen besetzt
worden war. Durch zunehmende Verschuldung des Bauherrn war später eine
Fortsetzung der Bauarbeiten nicht mehr möglich, weshalb nur ein kleiner
Teil des gross angelegten Projekts realisiert werden konnte. Verändert
wurde am Schloss künftig nichts mehr, sondern es wurden einzig
Renovierungen vorgenommen, weshalb es sein Erscheinungsbild bis heute
bewahrt hat.
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Die Fassade des
Schlosses weist eine toskanische Riesenpilasterordnung auf. An der
Hauptfassade gegen den Platz sind zahlreiche Büsten ungarischer
Heerführer angebracht, deren mittlere zwei die Palatine Nikolaus und
Paul Esterházy zeigen. Ursprünglich dürfte die Fassade die Farben Weiss,
Grau und Rosa gehabt haben, denn das heutige Gelb stammt aus dem 19. Jh.
Der grosse Vorplatz wird gegenüber dem Schloss von dem ehemaligen
fürstlichen Stall- und Hauptwachgebäude begrenzt, welches aus zwei
spiegelgleichen Trakten besteht und gegen den Platz hin mit einer reiche
Säulenreihe abschliesst. |
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Zahlreiche
Repräsentationsräume befinden sich im Inneren der Schlosses, von denen
der wichtigste der grosse Haydnsaal ist. Er war ursprünglich der
fürstliche Festsaal und dient heute als Konzertsaal mit einer
grossartigen Akustik. Josph Haydn stand fast 40 Jahre im Dienste der
Fürstenfamilie, weshalb der Saal nach ihm benannt wurde. Der prächtige
Saal nimmt den Grossteil des Nordtraktes ein und ist drei Stockwerke
hoch. Die bedeutenden Fresken sind das Werk des aus der Schweiz
stammenden Carpoforo Tencala. Neben all den prunkvoll ausgestatteten
kleineren Repräsentationsräumen ist auch die barocke Schlosskapelle zu
nennen. Ihre Ausstattung ist äusserst wertvoll, und die Orgel stammt
vermutlich noch aus der Zeit Haydns.
Die Räume im Schloss
Esterházy können besichtigt werden, und es finden auch Ausstellungen
statt. |
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