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Pfarrkirche
Kalksburg
23. Bezirk, Kirchenplatz
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Im 16. Jh. stand in Kalksburg eine
Jakobskapelle, die um 1529 während der ersten Türkenbelagerung zerstört
wurde. Als wenig später die Jesuiten die Grundherren von Kalksburg wurde,
liessen diese die Kapelle wieder aufbauen, doch um 1773 wurde der
Jesuitenorden aufgelöst, worauf die k.k. Staatsgüteradministration
Eigentümerin wurde und den Besitz kurz darauf an den geheimen k.k. Hof- und
Kammerjuwelier Franz Edler von Mack verkaufte. Dieser musste den Bau einer
neuen Kirche veranlassen, nachdem bei der alten im Jahre 1793 grosse
Gebäudeteile eingestürzt waren, als man eine Renovation durchführen wollte.
Die neue Kirche wurde nach Plänen von Johann Baptist Zobel erbaut und konnte
am 16. August 1801 von Bischof Edmund Graf von Arz eingeweiht werden. Ab
1805 war Kalksburg eine selbständige Pfarre und nicht mehr wie bis anhin von
Atzgersdorf abhängig. |
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Die Pfarrkirche von Kalksburg steht auf einer
Anhöhe im Dorfkern und ist über eine Treppe erreichbar. Sie ist dem hl.
Petrus in Ketten geweiht und erscheint als klassizistischer Bau mit mittigem
Turm. Ein Schwibbogen verbindet das Gotteshaus mit dem ehemaligen Schloss
des Edlen von Mack. Die Innenausstattung ist ganz besonders wertvoll und
gehört zu den bedeutendsten des Klassizismus in Wien. Das grosse Altarbild
zeigt die Befreiung des hl. Petrus und ist das Werk von Hubert Maurer.
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Joseph Keller malte die weiteren grossen
Gemälde, namentlich die hl. Helena und die Stigmatisation der beiden
Heiligen Franziskus und Johannes. Die bedeutenden Deckenfresken schuf
ebenfalls Josef Keller in Zusammenarbeit mit seinem Sohn. Die prächtigen
Malereien zeigen den Engelssturz, das Jüngste Gericht und das letzte
Abendmahl und sind ein wichtiges Beispiel für die Malerei am Übergang des
Spätbarock zum Klassizismus. Weiter ist die Kirche im Besitze eines barocken
Gemäldes des berühmten Malers Paul Troger, welches Christus in Fesseln
darstellt.
Die Orgel ist ein Original von 1801, wurde von Anton Pfliegler angefertigt
und ist von grosser kunsthistorischer Bedeutung. Erwähnenswert ist weiter,
dass der Hochaltar, der Volksaltar, der Ambo und das Taufbecken aus echtem
Marmor bestehen, während für diese Objekte in vielen anderen Kirchen aus
derselben Zeit Stuckmarmor verwendet wurde. Eine Kopie der Mariazeller
Gnadenmutter verlieh der Pfarrkirche Kalksburg die Bezeichnung
„Klein-Mariazell“.
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