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Der Karl-Marx-Hof war das
Zentrum des berühmten 12. Februar – Aufstandes von 1934, bei dem Arbeiter
und Republikaner sich im Gebäude verbarrikadierten und erst beim
Artilleriebeschuss des Bundesheers zur Aufgabe bewegt werden konnten. Zur
Nazi-Zeit trug der Karl-Marx-Hof den Namen „Heiligenstädter Hof“, erhielt am
Ende des Krieges jedoch seinen alten Namen zurück. Rund 66 Familien wurden
aus dem Komplex vertrieben, weil sie „nicht arisch“ waren, viele davon
starben in den Vernichtungslagern, woran heute eine Tafel erinnert. Schwere
Bombenschäden wurden behoben.
Der Karl-Marx-Hof ist mit seinen geschlagenen 1'100 Metern Länge und rund
5'000 Bewohnern der grösste zusammenhängende Wohnbau der Welt (!). Er zieht
sich über ganze vier Strassenbahnhaltestellen hinweg und weist dabei viele
Grünflächen auf, welche als Parkanlagen, Gärten und Spielplätze dienen. Die
ganze Anlage ist wie eine eigene Stadt in der Stadt, umfasst Wäschereien,
Kindergärten, Arztpraxen, Bäder, 25 Geschäfte, eine Mütterberatung, ein
Postamt, eine Apotheke, ein Jugendheim, Kaffeehäuser, eine Bibliothek und
zahlreiche weitere Einrichtungen, die der Gemeinschaft dienen. Der
Baukomplex vermittelt den Eindruck einer Festungsanlage mit massiven Mauern,
Torbögen und kleinen Fenstern. Ab 1988 wurde der Karl-Marx-Hof sukzessive
generalsaniert, modernisiert, inwendig weitgehend erneuert und teils baulich
verändert und der Zeit angepasst.
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