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Café Sperl
6. Bezirk,
Gumpendorferstr. 11
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Um 1880 entwarfen die Architekten Jelinek und Gross für Jakob Ronacher das
Gebäude mit dem Kaffeehaus an der Gumpendorferstrasse. Noch im selben Jahr
wurde das Café Ronacher von der Familie Sperl übernommen und geführt. Das
Sperl wurde zum Stammcafé von Künstlern, Musikern, Literaten, Schauspielern
und Namhaften aus anderen Sparten, sei es Militär, Politik oder Adel. Die
unmittelbare Nähe des Café Sperl zu den bedeutenden Bühnen des
Theaters an
der Wien und des Raimundtheaters liess die Gaststätte ferner zu einem
beliebten Treffpunkt der Stars aus Theater und Operette werden. Keine
Geringeren als Edmund Eysler,
Franz Lehár,
Carl Millöcker, der Sänger
Girardi, Carl Zeller,
Richard Heuberger oder
Emmerich Kálmán kehrten im Sperl ein. Nicht zu vergessen ist die Haagengesellschaft, eine Gruppierung
von Malern, welche die Secession gründete und jahrzehntelang ihren
Stammtisch im Sperl hatte. Dank seinen treuen Stammgästen und deren Sinn für
Erhaltung der Sperl-Tradition schaffte es das Kaffeehaus, die Zeit nach den
beiden Weltkriegen „unversehrt“ zu überstehen. |
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Ein neuer Besitzer übernahm im Jahre 1968 den Betrieb und arbeitete zusammen
mit Architekten eine sorgfältige Renovierung der Räume aus, wobei das
Erscheinungsbild der Innenausstattung grundsätzlich unverändert bleiben
sollte. Gleichzeitig sollte aber der Sitzkomfort und die Hygiene auf einen
zeitgemässen Stand gebracht werden, was auch erreicht wurde. Das Café Sperl
ist seit seiner Eröffnung ein angesehener und glänzend laufender Betrieb und
wird fast in jedem Touristenführer empfohlen. Die Funktion als Kulisse für
einen Spielfilm brachte dem Sperl gar noch mehr Berühmtheit ein.
Das Ambiente im Sperl ist unvergleichlich, Wiener Kaffeehausatmosphäre pur.
Etwas düster trotz der hohen Rundbogenfenster, aber dennoch in angenehmes
Licht getaucht durch die Kronleuchter und zahlreichen Wandlampen. Die
regelmässig gewölbte Stuckdecke ist erhalten, und auch die Wandvertäfelung
in der unteren Hälfte des Raumes stammt aus alter Zeit. Oft finden
im Sperl musikalische Darbietungen statt.
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