3. Bezirk, ehem. Landstrasser Hauptstrasse 19 (21)

Der Ursprung des Palais reicht in das 17. Jahrhundert zurück. Damals handelte es sich um ein stattliches Haus mit einem grosszügigen Garten. Um 1867 erwarb der Müllermeister, leidenschaftliche Archäologe und Pionier der Geschichtsfotografie Anton Widter die Anlage, widmete sich hier der Geschichtsforschung und legte eine bedeutende Sammlung antiker Gegenstände an. Im Park des Palais liess er zahlreiche römische und ägyptische Exponate aufstellen und ein kleines Museum einrichten. Die wertvolle Sammlung wurde später teilweise an Museen übergeben beziehungsweise im Dorotheum versteigert. Zwischen 1873 und 1881 befand sich im Palais Widter zudem die erste Advokatskanzlei von Dr. Karl Lueger. Um 1911 wurde das Gebäude abgetragen.

Das Palais Widter schloss an das ehemalige Fuchs’sche Haus an und fügte sich damit in die bestehende Häuserzeile ein. Die Fassade zeichnete sich durch eine repräsentative Portalanlage mit konkav ausschwingendem Balkon aus. Der durch Pilaster gegliederte Mittelrisalit wurde von einem grossen Dreiecksgiebel mit Reliefschmuck bekrönt. Hinter dem Palais erstreckte sich ein Park, der bis zur heutigen Geusaugasse reichte und in dem sich ein Pavillon befand.
