Das Grundstück, wo das heutige Palais Modena
steht, hatte ursprünglich mehrere Besitzer, darunter waren Namen wie
Puchheim, Pilgrim, von Pellendorf und von Rottal. Durch eine Heirat
wurde um 1515 Sigmund von Dietrichstein Besitzer des Anwesens. Zwischen
1658 und 1678 liess Fürst Ferdinand Joseph Dietrichstein die
Vorgängerbauten zu einem einheitlichen frühbarocken Palais vereinen. Auf
die Innenausstattung wurde sehr viel Wert gelegt. Um 1811 wurde das
Palais von Maria Beatrix von Este, der Tochter des Herzogs von Modena,
vom bisherigen Besitzer Franz Joseph Fürst von
Dietrichstein-Proskau-Leslie gekauft und nach Plänen von Alios Pichl im
klassizistischen Stil umgestaltet.
Maria Ludovica, die Tochter von Maria Beatrix, heiratete um 1808 Kaiser Franz
I., worauf die plötzliche hohe Stellung der Familie Modena-Este auch
baulich zum Ausdruck kommen musste. Daher liess man das Palais mitunter von
Giacomo Quarenghi, dem Leibarchitekten der Zarin Katharina von Russland,
umgestalten. Um 1819 ging das Palais an den Erben Erzherzog Franz,
Herzog von Modena, welcher es vermietete, unter anderen an Prinzessin
Amalie von Schweden und Prinz Gustav Wasa. Der Erzherzog verkaufte das
klassizistische Palais um 1842 an den Staat, welcher hier Ministerien
einrichtete. Bombenschäden vom Zweiten Weltkrieg wurden erfoglreich
behoben, worauf im Palais das österreichische Innenministerium einzog
und noch heute hier untergebracht ist. Die Repräsentationsräume in der
ersten Etage gehören in Wien zu den bedeutendsten im klassizistischen
Stil.