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Palais Lobkowitz

1. Bezirk, Lobkowitzplatz 2
 

Das Palais Lobkowitz ist von grosser architektonischer Bedeutung, denn es ist einer der ältesten Palastbauten Wiens und spielte für die Blütezeit der profanen Barockarchitektur eine grosse Rolle. Der kaiserliche Oberstallmeister Philipp Sigmund Graf von Dietrichstein kaufte an dieser Stelle das ursprüngliche Haus des Leopold Freiherrn von Felss und erwarb dazu das benachbarte Badhaus. Anstelle dieser beiden Gebäude liess er von Baumeister Giovanni Pietro Tencala das heutige Palais errichten. Einige Elemente wie das Hauptportal und die Wappenkartusche sind Werke des Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach. Später war das Palais im Besitz der Tochter des Bauherrn, welche es später an den Hofbaudirektor Ludwig Gundaker Graf von Althan verkaufte. Dieser liess an dem Gebäude, vermutlich von Joseph Emanuel Fischer von Erlach, noch einige Veränderungen vornehmen, bevor er es an 1753 an Wenzel Eusebius Fürst von Lobkowitz verkaufte.

Als wichtigster Gönner Ludwig van Beethovens hatte von Lobkowitz dem Komponisten öfters im Hause zu Gast, und 1804 leitete dieser hier die Uraufführung seiner 4. Sinfonie. In den kommenden Jahrzehnten war das Palais Austragungsort zahlreicher wichtiger Bälle und Festanlässe, an denen die oberste Gesellschaft Europas teilnahm. Später war das Palais Lobkowitz Sitz der französischen Botschaft und danach der tschechoslowakischen Gesandtschaft. Heute gehört das Gebäude nach einer umfassenden Sanierung der Republik Österreich und dient als Theatermuseum. Die reich verzierte Fassade ist grösstenteils im Zustand der Anfangszeit erhalten geblieben, und das Innere ist weitgehend noch immer prächtig gestaltet. Besonders zu erwähnen ist hierbei der lang gezogene Festsaal´("Eroica-Saal") mit seiner eindrucksvollen Deckenbemalung. Die Gemälde zeigen eine Allegorie der Künste und werden dem Hofmaler Jacob van Schuppen zugeschrieben. Die Architekturmalerei ist das Werk von Marcantonio Chiarini. In der Einfahrt ist in einer Nische ein Herkulesbrunnen angebracht, der in der Form einer Grotte gestaltet ist. Das grosszügige Stiegenhaus weist Steinbalustraden und feine Stuckverzierung auf.
 


Palais Lobkowitz um 1724
 


Brunnen in der Eingangshalle
 


Das Stiegenhaus


Der Erioca-Saal
 

 

 

 

 

 

 

 

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