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Die
Bauarbeiten gingen jedoch nicht ohne Probleme vor sich, denn als der
Bauherr in Neapel weilte und als Stellvertreter seinen Bruder Johann
Joseph Harrach mit der Aufsicht der Bauarbeiten beauftragte, entbrannte
zwischen diesem und Hildebrandt immer wieder Streit, weil Hildebrandt
das Gebäude üppiger gestalten wollte als überhaupt finanzielle Mittel
zur Verfügung standen. So wurden wichtige Arbeiten qualitativ mangelhaft
erledigt, weshalb Hildebrandt der Auftrag entzogen wurde, worauf dieser
überaus bestürzt war. Vorerst führte ein unbekannter Baumeister die
Arbeiten weiter, doch nach der Rückkehr des Bauherrn versöhnte dieser
sich mit Hildebrandt und betraute ihn mit der Vollendung des Palais. Am
12. November 1735 wurde die
Januariuskapelle
von Kardinal Sigismund Kollonitsch eingeweiht.
Um 1791 kaufte Kaiser
Leopold II. das Palais, und
nach dessen Tod ging es an Privatpersonen, welche hier eine Zuckerfabrik
unterbrachten. So wäre es wohl rasch bergab gegangen mit dem Palast,
hätte nicht Kaiser
Franz II.
das Haus und den Garten gekauft. Der Kaiser liess im Garten eine riesige
Obstplantage und Weinreben anlegen, um den Hof damit versorgen zu können. Das Palais selber blieb
unbenutzt.
Um 1840 bezog die Lombardo-Venezianische Garde das Palais und nutzte es
als Unterkunft. Das Palais wurde für ihre Ansprüche zweckmässig umgebaut
und erweitert, indem der Haupttrakt aufgestockt wurde. Der ehemalige
Barockpalast verlor sein prächtiges Gesicht. Als zehn Jahre später das
k.u.k. Militär-Reitlehrer-Institut die Räumlichkeiten bezog, war es um
den letzten Glanz des Palais Harrach geschehen, denn abermals wurden
Umbauten vorgenommen, freilich wiederum einfacher und abermals durchaus
zweckmässiger Art.
Der riesige Garten wurde parzelliert und auf einem
Teil von ihm nach einer Initiative Kaiser
Franz
Josephs ein Krankenhaus, die Rudolf-Stiftung, errichtet. 1912 wurde
die grosse Freitreppe, ein letzter Zeuge der ehemaligen Pracht
Hildebrandts, demoliert. Die endgültige Vernichtung des Palais Harrach
erledigte ein Bombenhagel im Zweiten Weltkrieg. Einzig die Mauerhülle
der Januariuskapelle überstand die Zerstörungen. Die Ruine des Palastes
wurde später abgetragen. In den 80er Jahren plante man die
Wiederherstellung der Kapelle. Sie wurdee renoviert und das kleine
Türmchen originalgetreu rekonstruiert. Sie ist alles, was noch an den
Harrachschen Gartenpalast erinnert, an dessen Stelle heute ein
ausdrucksloser, langweiliger Neubau steht.
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Zustand um 1914
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Mehrere Stiche und Abbildungen lassen heute genau
nachvollziehen, wie das Gartenpalais Harrach ursprünglich ausgesehen
hat. Das Palais glich eher einem Schloss als einem Herrschaftshaus. Der
Haupttrakt fiel besonders durch seinen hervorspringenden, mit
Dachbalustraden und Steinfiguren geschmückten Mittelrisalit auf, während
die Seitenflügel eher diskret konzipiert waren. Das Innere war äusserst
reich und wertvoll ausgestattet. Besonders zu nennen waren der grosse
Festsaal, die Sala Terrena, die Gemäldegalerie und die sehr aufwendige
Prachtstiege mit ihrem reichst verarbeiteten Steingeländer. Berühmte
Künstler wie Santino Bussi, Bartolomeo Altomonte oder Gaetano Fanti
waren bei der Ausstattung des Palais Harrach tätig. |