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Palais Esterházy
1. Bezirk, Wallnerstr. 4
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An
der Stelle des heutigen Palais existierten drei unterschiedliche Häuser,
von denen zwei in den Besitz von Nikolaus Oláh, dem ungarischen
Oberkanzler und Erzbischof von Erlau, gelangten. Durch Heirat unter
seinen Erben ging 1616 eines der Häuser in den Besitz der Familie
Esterházy über und um 1664 ein weiteres durch Zukauf. Um 1668 kaufte
Paul Esterházy, welcher als erster Esterházy den Fürstentitel verliehen
bekam, das dritte Haus hinzu. Vorerst liess er an den drei Häusern
Umbauarbeiten vornehmen,
entschied sich dann jedoch im Jahre 1695 zu einem Neubau, dem Palais
Esterházy. Man vermutet, dass ein Architekt aus dem Umfeld Giovanni
Pietro Tencalas die Pläne entworfen hat, und als Baumeister kommt
möglicherweise Francesco Martinelli in Frage. In den kommenden
Jahrzehnten nahm man diverse Umbauarbeiten an dem Palais vor, und um
1755 kaufte Fürst Anton Esterházy zwei angrenzende Gebäude am Haarhof
dazu und liess sie durch Johann Ferdinand Mödlhammer baulich mit dem
bestehenden Palais verbinden. Im Jahre 1791 wurden die Räumlichkeiten
auf den neusten Stand gebracht, da Fürst Anton Esterházy seinen
ungarischen Hof aus Kostengründen aufgab und nach Wien ins Palais zog.
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Antons Sohn kaufte weitere Nachbarshäuser dazu und liess sie
niederreissen, um das Palais zu erweitern. Das Palais Esterházy, welches
sich zwischen Wallnerstrasse, Haarhof, Neubadgasse und Naglergasse
ausbreitet und drei Höfe umfasst, war ein wichtiger Treffpunkt der
Prominenz. Neben Gästen wie Admiral Horation Nelson, Lady Hamilton und
Joseph Haydn nahmen an den zahlreichen Bällen die berühmtesten
Persönlichkeiten Europas teil. Der verschwenderische Fürst Nikolaus II.
geriet dadurch in grosse Verschuldung, worauf das Palais in
Zwangsverwaltung kam. Eine finanzielle Sanierung der Fürstenfamilie
konnte erzielt werden, indem Immobilien und die grosse Gemäldesammlung
verkauft wurden. Dadurch wurde das Palais wieder frei von der
bestehenden Zwangsverwaltung, die Familie Esterházy bewohnte es danach
aber nur noch selten.
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Der Zweite Weltkrieg fügte dem Haus Schäden zu, welche behoben werden
konnten. Im Jahre 1989 starb Fürst Paul Esterházy, der letzte Besitzer
des Palais, worauf seine Witwe das Haus an die Österreichische Creditanstalt verkaufte. Heute haben sich in den Räumen,
Firmen und Privatpersonen eingemietet.
Die Fassade des Palais
Esterházy ist den italienischen Barockpalästen nachempfunden, weist
jedoch auch klassizistische Stilelemente auf. Im Zentrum ist das Portal
angebracht, über dem ein Balkon auf reichen Kragsteinen ruht. Das
kunstvolle Schmiedeeisengeländer trägt das goldene Familienwappen der
Esterházy. Im Palais befindet sich eine dem hl. Leopold geweihte barocke
Hauskapelle. Im Verlauf des 18. Jrh. erhielten die Repräsentationsräume
eine prachtvolle Ausstattung. Reicher Stuck, wertvolle
Wandvertäfelungen, Chinoiserien und wertvolle Parkettböden verleihen den
Räumen imperialen Glanz. Ein Saal erhielt im frühen 19. Jrh eine
beeindruckende Empireausstattung, zu der mitunter reiche
Relief-Supraporten gehören. |
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