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1873 erfolgte der grosse Börsencrash, der
die Bank Epstein in den Ruin trieb. Epsteins Kassier, Adolf Taussig, der
durch Spekulationen ein riesiges Vermögen angehäuft hatte und nun alles
verlor, stürzte sich in seiner Verzweiflung aus dem obersten Stock des
Palais. Ritter von Epstein war gezwungen, seinen Palast zu verlassen und in eine
Mietwohnung an der Eschenbachgasse 11 zu ziehen, in der er kurz darauf
an Kehlkopfkrebs starb.
Um 1883 wurde das Palais
an die englische Gasgesellschaft verkauft und gelangte im Jahre 1902 schliesslich in den Besitz des Staates, welcher das Gebäude als Amtshaus
adaptierte und den Verwaltungsgerichtshof darin unterbrachte. Später
waren im Palais Epstein der städtische Schulrat und das Reichsbauamt
einquartiert. In der Nachkriegszeit bis 1955 war das Haus Sitz der
gefürchteten russischen Besatzungsmacht, bevor es wieder an den Schulrat
zurückgegeben wurde, welcher bis 2001 hier residierte. Als weitere
Nutzung des Hauses sieht man eine Unterbringung von Abteilungen des
Parlaments vor.
Die Fassade des Palais ist reich mit Terrakottaschmuck versehen.
Zwischen den Fensterachsen des obersten Geschosses stehen Karyatiden,
über denen Löwenköpfe angebracht sind. Die Fassade gegen die Ringstrasse
wird besonders von einem schönen Portal mit vier grossen Karyatiden
geprägt, über welchem sich ein Balkon befindet. Das repräsentative
Treppenhaus besticht mit grossen Säulen und Pilastern aus rotem
Veroneser Marmor, wobei die Kapitelle weiss und die Sockel schwarz sind. |