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Um 1726 kaufte Karl
Anton Graf Harrach das Grundstück an der heutigen Ungargasse. Damals
befanden sich hier Weingärten. Zwei Jahre später erwarb Gundacker Graf
von Althan, ein am Wiener Hof überaus einflussreicher und bedeutender
Mann, das Grundstück und erteilte um 1729 den Auftrag zum Bau eines
repräsentativen Gartenpalais, welcher vermutlich um 1732 fertig gestellt
wurde. Planer und Bauleiter war
Joseph Emanuel Fischer
von Erlach. Das Resultat war ein barocke Prachtanlage, welche damals
zu den bedeutendsten gehörte im deutschsprachigen Raum, ja es war sogar
eine der schönsten in ganz Europa.
Zum Ehrenhof gelangte
man durch ein grandioses Eingangstor, über dem ein reich geschmückter
Torbogen lag. Links und rechts davon waren zwei niedrigere Tore welche
mit kunstvollen Eisengittern versehen waren. Flankiert wurde der
Tortrakt von zwei eingeschossigen Gebäuden. Das prächtige ebenerdige
Hauptgebäude wurde von einer Kuppel überthront, welche als Vorbild der
Kuppel über der Winterreitschule der
Hofburg galt. Ein grosser, von Säulen getragener Portikus überdachte
die Auffahrt vor das Eingangstor.
Der Barockgarten im damals holländischen Stil hinter dem Gebäude war
gross und weitläufig, und dem Hausherr war für dessen Gestaltung nichts
zu teuer. Nach dem Tod Althans kaufte Ferdinand Philipp Fürst Lobkowitz
die Anlage, in dessen Besitz sie bis 1830 blieb. Die Besitzer wechselten
in der Folge mehrmals, bis das Anwesen schliesslich um 1839 in den
Besitz des Hofkonzipisten Michael von Barich gelangte, welcher um 1850
das Unfassbare vollzog: Er liess die prunkvolle Anlage abreissen und das
Grundstück in 34 Parzellen aufteilen, welche mit Wohnhäusern bebaut
wurden. Im Zuge dessen wurde die Ungargasse angelegt. Heute erinnert die
Barichgasse an den Kunstverbrecher. Warum eine Gasse nach ihm benannt
wurde, ist schleierhaft, denn worin lag sein Verdienst? In der
Zerstörung eines unersetzlichen Zeitzeugen hochbarocker Pracht.
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