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Maria am Gestade
1. Bezirk, Passauerplatz
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Die ursprüngliche Kirche zur „Lieben Frau auf der Gestetten“
war die Kirche der Donauschiffer. Laut einer Sage wurde sie von Bischof
Maldavin aus Passau erbaut. Urkundlich erwähnt wurde die
Maria-Stiegen-Kirche erstmals im Jahre 1158. Der Namensteil „Gestade“ hat
jedoch nicht in erster Linie etwas mit Stiegen zu tun, sondern vielmehr
bezeichnet „Gestade“ das Ufer der Donau. Die Kirche steht am Abhang zu einem
einstigen Seitenlauf der Donau - heute am oberen Ende einer Freitreppe.
Um 1332 begann man mit dem Bau eines einschiffigen Chortraktes mit
polygonalem (vieleckigem) Grundriss. Im Jahre 1394 legte der Hofmeister
Herzog Albrechts III., Hans von Liechtenstein-Nikolsburg, den Grundstein zu
einem ebenfalls einschiffigen, noch schmäleren Langhaus, welches in einem
leichten Winkel zum Chor steht. Die schlanke Form entstand aufgrund der
dichten Verbauung rund um die Kirche. Die Deckengewölbe - Werk der damaligen
Dombauhütte unter Peter Prachatitz - bestehen aus einem zusammenhängenden
Rautennetz aus Knickrippensternen. Anfang 15. Jrh. erbaute man die 33m hohe
und gerade mal 10m breite Westfassade.
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Der Giebel fällt besonders
auf durch die üppigen Fialen (gotische Ziertürmchen meist mit
abschliessender Kreuzblume), reichen Ornamente und Figurenbaldachine. Über
dem Portal gleich unter dem mächtigen Spitzbogenfenster ist eine Steinkuppel
angebracht mit rautensternartigem Gewölbe und mehrstufiger Kreuzblumenzinne.
Der siebeneckige, 56m hohe Turm an der Südseite mit dem bemerkenswerten,
durchbrochenen Helmdach wurde im Jahre 1430 vollendet. Die sieben Ecken
verbildlichen die sieben Schmerzen Marias.
1786 wurde die Kirche entweiht und fortan dem Verfall überlassen. Da die
Abbruchkosten zu hoch gewesen wären, liess man sie stehen und benutzte sie
zeitweise als Pferdestall und Lagerhaus. Im Jahre 1812 begann man mit der umfassenden Restaurierung, worauf eine
erneute Einweihung erfolgte.
1920 wurde Maria am Gestade Ordenskirche der Redemptoristen, welche mit
Hilfe von Clemens Maria Hofbauer ausserhalb Italiens Fuss fassen konnten.
Nach Hofbauers Tod wurden seine sterblichen Überreste in der Kirche in einem
Schrein beigesetzt. 1909 erfolgte Hofbauers Heiligsprechung, und seit 1914
ist er Stadtpatron von Wien.
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Alte Ansicht


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