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Die Spanische Hofreitschule

1. Bezirk, Michaelerplstz 1

 

Die weltberühmte Spanische Hofreitschule Wien ist die älteste Reitschule der Welt und die einzige, welche noch heute die klassische Reitkunst in der Tradition der Renaissance pflegt. Der Begriff „Spanisch“ ist etwas irreführend, weil er sich nicht auf die Reitschule und deren Lehre bezieht, sondern er rührt daher, dass in der Anfangszeit der Reitschule die Pferde aus Spanien stammten. Auch die Lipizzaner, aus welchen die Schule heute besteht, stammen zum Teil von spanischen Pferden, den „Andalusiern“, ab. Die Tiere wurden nach dem Ort ihrer Züchtung, Lipica / Lipizza bei Triest im heutigen Slowenien, benannt. Seit 1920 haben sie ihren Stammsitz in Piber in der Steiermark. Die Lipizzaner gehören zu den edelsten Pferderassen überhaupt.
Vor rund 440 Jahren, um 1565, existierte bei der Stallburg ein Reitplatz, an dessen Stelle um 1572 ein erster „Spanischer“ Reitstall aus Holz errichtet wurde. In jenem Jahre tauchte erstmals der Begriff der Spanischen Reitschule auf. Um 1681 liess um 1681 an derselben Stelle ein Gebäude für eine neue Reitschule erbauen, welches jedoch während der Türkenbelagerung 1683 schwer beschädigt wurde.

Kaiser Karl VI. gab den Auftrag zum Bau einer neuen Winterreitschule, mit deren Planung und Ausführung er den Barockarchitekten Joseph Emanuel Fischer von Erlach betraute. Das Resultat war ein prächtiger Gebäudetrakt der Hofburg, welcher noch heute sein ursprüngliches Erscheinungsbild hat und als schönster Reitsaal der Welt gilt.
Ausserhalb der offiziellen Vorführungen hat man die Möglichkeit, den Lipizzanern bei ihrem morgendlichen Training zuzusehen.

 


Ball in der Reitschule um 1744 (Bild von Galli-Bibiena)

 

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