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Dorotheerkirche
1. Bezirk, Dorotheergasse 17
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In früheren Zeiten, war es in Österreich
nicht erlaubt, den evangelischen Glauben auszuüben. In Wien jedoch war
es bereits zu Zeiten Karls VI. und
Maria Theresias in geringem Ausmasse
gestattet, weil sich in der Stadt öfters Botschafter protestantischer
Mächte aufhielten. Am 13. Oktober 1781 erliess
Joseph II. ein
Toleranzedikt, welches den augsburgischen und helvetischen
Religionsverwandten (Protestanten) und den griechisch-orthodoxen
Glaubensangehörigen eine Ausübung ihrer Religion in privatem Rahmen
erlaubte. Die Protestanten durften eine Schule und ein Bethaus
errichten. Am 2. März 1782 erlaubte Joseph II. die Gründung der
protestantischen Wiener Gemeinde. Unter ihm wurde das ehemalige
Königinnenkloster, auch Clarissenkloster genannt, an der Dorotheergasse
aufgelassen. Teile der Gebäulichkeiten wurden von der reformierten
Kirchengemeinde gekauft, mitunter die Klosterkirche. Diese erhielt
später einen direkten Zugang von der Strasse her.
Trotz des Toleranzediktes durfte die Kirche zunächst von aussen als
solche nicht erkennbar sein und keinen direkten Eingang von der Strasse
her haben. Im Inneren wurde die Kirche im Laufe der Zeit mehrmals
verändert. Die klassizistische Ausstattung wie sie heute vorhanden ist
entstand in den Jahren 1783 und 84 nach Plänen des Hofarchitekten
Gottlieb Nigelli. Auffallend sind die zwei grossen Deckenkuppeln und die
seitlich über Säulen verlaufenden Emporen. |
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Der Raum weist ausschliesslich plastischen und ornamentischen Schmuck auf,
Bilder oder figurale Elemente gibt es nicht. Das Henriettentor, ein
Seiteneingang, welcher eigens für die reformierte Gattin Erzherzog Karls,
Henriette von Nassau-Weilburg, eingebaut wurde, existiert heute nicht mehr.
Um 1887 wurde die
Dorotheerkirche aussen komplett neu gestaltet: Sie erhielt eine neubarocke
Fassade mit einem Kirchturm über dem neuen strassenseitigen Portal, und das
Innere wurde neu angeordnet. Nach mehreren Renovationen im 20. Jrh.
erstrahlt die Kirche heute in neuem Glanz.
Früher befand sich in der Dorotheerkirche das prächtige Grabmahl von
Feldhauptmann Niklas Graf von Salm, welcher die Stadt Wien bei der ersten
Türkenbelagerung erfolgreich verteidigt hatte. Später wurden seine Gebeine
in die Votivkirche verlegt.
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Alte Ansicht der Dorotheerkirche

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