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Café Central

1. Bezirk, Herrengasse 14
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Das Café
Central befindet sich im Palais
Ferstel an der Herrengasse. Im Palais war ursprünglich die
österreichisch-ungarische k.u.k. Nationalbank untergebracht sowie auch
die Börse. Diese wurde 1878 in das neu errichtete
Börsengebäude am Schottenring
verlegt, und der Börsensaal im ersten Stock wurde alsbald zum Ballsaal
umfunktioniert. Im glasüberdachten Hof des Palais eröffnete ein
Kaffeehaus, welches zum Stammlokal der Literaten im 1. Wiener Bezirk
werden sollte.
Die Bedeutung des Café Central wuchs, nachdem Ende 19. Jrh. das alte
Café Griensteidl seine
Türen schloss und dessen Stammgäste sich im Central niederliessen. |
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Das Café wurde
immer mehr zum Treffpunkt namhafter Persönlichkeiten aus Kunst,
Literatur und Politik. Keine geringeren als Kafka, Polgar, Loos, von
Hofmannsthal, Kokoschka, Billroth, Hitler, Stalin oder Trotzkij tranken
hier ihren Kaffee. Der Dichter Peter Altenberg soll das Central sogar
als seine Wohnadresse angegeben haben. Im Central lagen nicht weniger
als 250 Zeitungen in 22 Sprachen auf, und es gab eine Bibliothek mit
Nachschlagewerken. Zu der Zeit befand sich ein Teil das Cafés im
glasüberdachten Innenhof des Palais. Dieser war ganz nach Mailänder
Vorbild geschaffen mit Arkaden und einer prunkvollen Festtreppe aus
Marmor. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Café Central geschlossen. |
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Im Jahr des Denkmalschutzes,
1975, renovierte man das Palais Ferstel, und ein Jahrzehnt später eröffnete
das Café Central neu, diesmal nicht mehr im Innenhof, sondern in den
prachtvollen Räumlichkeiten der ehemaligen Bankschalterhalle mit ihren
zahlreichen Säulen und den beeindruckenden Kreuzgewölben. Man scheute keine
Kosten für die Einrichtung und die Infrastruktur, und so entstand eine
Gaststätte mit Charme und Flair. Die Einrichtung harmoniert mit der
Architektur, ist edel und wohl konzipiert, so dass sich der Gast rundum wohl
und in dem grossen Raum nicht etwa verloren fühlt. |
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Eine
Attraktion neben den beiden riesenhaften Gemälden mit Kaiser
Franz Joseph
I. und Kaiserin
Elisabeth im hinteren Teil des Raumes ist die Pappmaché-Figur Peter
Altenbergs, welche beim Eingang an einem Tisch sitzt und die Gäste
begrüsst.
Auch wenn man beim Café Central in allen Belangen auf die Authentizität
eines gehobenen Wiener Kaffeehauses geachtet hat, so ist im heutigen
Lokal nichts mehr vom alten Glanz zu spüren. Vielmehr drängen sich
Gruppen von Japanern um die Tische und versuchen, in dürftigem Englisch
etwas Wienerisches zu bestellen, und Zeitungen werden hier heute viel
weniger gelesen als etwa Wien-Führer in zahllosen Sprachen. Zudem muss
das einzige „Relikt“ aus alter Zeit, der ehrenwerte Peter Altenberg beim
Eingang, permanent mit Touristen fürs Photo posieren… An den Wochenenden
wird auf dem Bösendorfer in der Mitte des Raumes Musik gespielt. |
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Erfahrungsbericht: Hat man Glück
und findet im Café Central bei dem steten Ansturm einen angenehmen
Platz, so wird der Aufenthalt hier ein wahrer Höhepunkt des Tages.
Abgesehen von der atemberaubenden und unvergleichlichen Schönheit des
Raumes findet man hier trotz permanenten Hochbetriebes aufmerksames,
speditives und freundliches Personal, auch wenn es gelegentlich
überfordert ist und Gäste vergessen gehen.. Was immer man hier serviert erhält
- es schmeckt vorzüglich. Als Touristenattraktion und unverzichtbares
Muss ist das Kaffeehaus - besonders nachmittags - meist bis auf den
letzten Platz besetzt, und es herrscht reges und geräuschvolles Treiben.
Wer den ganzen Charme und die Schönheit der Lokalität jedoch in Ruhe geniessen will, dem sei geraten, an einem Sonntag unmittelbar nach
Türöffnung um 10.00 hier frühstücken zu gehen. |
"Das Café Central ist nämlich kein Caféhaus wie
andere Caféhäuser, sondern eine Weltanschauung, und zwar eine, deren
innerster Inhalt es ist, die Welt nicht anzuschauen. Was sieht man schon?"
Alfred Polgar
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