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Augarten
2. Bezirk, Obere
Augarstenstrasse
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Bereits während der
Herrschaft von Kaiser Matthias von 1612-1619 liess dieser in den
weitläufigen Donauauen ein kleines Jagdhaus bauen. Später liess Ferdinand
III. in den Jahren 1654-57 ebenda eine kleine Gartenanlage errichten. Sechs
Jahre später erstand Kaiser Leopold I. die angrenzenden Trautsonschen Gärten
dazu und liess an deren Stelle einen barocken Lustpark entstehen, in dem er
nach dem Vorbild des Trautsonschen Gartenpalais ein kleines Schloss bauen
liess. Er nannte es „Kaiserliche Favorita“. 1683 zerstörten die Türken die
gesamte Anlage, wobei nur die Grundmauern der Gebäulichkeiten stehen
blieben. Erst Kaiser Joseph I. liess um 1705 die Anlage mitsamt Schloss
wiederherstellen. |
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Man wandelte einen Teil der Favorita ein einen Gartensaal um, in welchem
Morgenkonzerte veranstaltet wurden, welche eine zeitlang von Mozart
persönlich dirigiert wurden. Nach 1820 war der Gartensaal
Austragungsort der traditionellen 1.Mai-Konzerte, an denen überwiegend Musik
von
Johann Strauss
Sen. gespielt wurde. Im ehemaligen Gartensaal mit der barocken Fassade
ist heute die berühmte Porzellanmanufaktur Augarten untergebracht. Hier wird
bis zum heutigen Tage hochwertiges, teures Qualitätsporzellan produziert.
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1712 beauftragte Kaiser
Karl
VI. den renommierten Gartenbauarchitekten Jean Trehet, welcher bereits die
Gärten von
Schönbrunn und
Belvedère gestaltet hatte, den
Augarten im französischen Stil neu zu gestalten. Es entstand eine grosse
barocke Anlage mit einem Parterregarten und zahlreichen Baumalleen, welche
ihren Ausgangspunkt an einem Sternplatz haben, ganz nach dem Vorbild von
Versailles und anderen französischen Lustgärten. Der Augarten hat bis
zum heutigen Tage sein Gesicht weitgehend behalten, wenn auch mit
Unterbrüchen: In der Nacht vom 28. Februar auf den 1. März 1830 wurde der
Augarten von einem katastrophalen Hochwasser überflutet. Das Wasser stand
1.75 hoch. |
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Und der Zweite Weltkrieg
setzte dem Park besonders arg zu. Berge von Schutt wurden im Augarten
deponiert. 16 Geleise wurden verlegt zum Bau der beiden Flaktürme, die auch
heute noch das Bild des Augartens beherrschen. Man errichtete ganze
Barackensiedlungen zwischen den edlen Gehölzern, und gegen Ende des Krieges,
in der Aprilschlacht, preschten tonnenschwere Panzer durch den Augarten, und
hunderte von Kriegsopfern wurden hier in Massengräbern verscharrt. Heute ist
nichts mehr davon zu sehen; einzig die beiden mächtigen, düsteren Flaktürme
stehen bedrohlich da als stilles Mahnmal der schrecklichen Ereignisse von
damals. Sie sind dermassen klotzig und grob, dass sie genau dadurch
einen wunderschönen Kontrast zur bunten Blumenpracht der Gartenanlage
darstellen. Dennoch kann der Augarten den anderen Parkanlagen in der Stadt
niemals das Wasser reichen. Er wirkt vergleichsweise ungepflegt und teils
verwuchert. Aber ein gemütlicher Spaziergang lohnt sich zweifelsohne. Im
so genannten Augarten-Palais (Palais Leeb), ein prachtvolles Haus abseits der öffentlich
zugänglichen Teile des Parks, sind die weltberühmten Wiener Sängerknaben zu
Hause.
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