In einem Badenort nahe einer
grossen Stadt im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Die Szene spielt im
Zimmer Eisensteins, in das vom Garten her ein Liebeslied hereinklingt.
Rosalinde erkennt die Stimme, die das Lied singt: Es ist ihr ehemaliger
Gesangslehrer und Verehrer Alfred. Ihre Kammerzofe Adele bittet sie um
Erlaubnis, auszugehen um eine Tante besuchen zu können, die krank im Bett
liegt. Aber in Wahrheit will Adele heimlich zu einem Fest des Prinzen
Orlofsky, für das sie von ihrer Schwester Ida per Brief eingeladen wurde. Da
Rosalinde nicht allein bleiben will, weil ihr Ehemann in Arrest gehen muss
wegen Beleidigung einer Amtsperson, kommt sie Adeles Wunsch nicht nach.
Zudem bangt sie um ihre Tugend wegen Alfreds Nähe. Sogleich erschein dieser
und bittet um Rosalindes Zusage, ihn zu empfangen, sobald ihr Ehemann ins
Gefängnis gegangen ist. Einige Minuten darauf kommt Eisenstein nach Hause in
Begleitung seines Advokaten Blind. Er schimpft mit ihm, da durch sein
Ungeschick die Strafe noch härter ausgefallen ist. Rosalinde gelingt es
nicht, ihren Mann zu beruhigen und aufzuheitern, aber Eisensteins Freund Dr.
Falke schafft es, indem er ihm vorschlägt, heimlich zum Fest von Orlofsky zu
gehen und die Strafe erst am kommenden Tage anzutreten. Dabei erinnert sich
Eisenstein erfreut an einen anderen Ball, an dem er dem Dr. Falke, der
damals als Fledermaus verkleidet war, einen Streich gespielt hatte.
Verundert schaut Rosalinde ihrem Mann zu, wie er sich mit Frack und Zylinder
auf dem Weg ins Gefängnis macht. Die beiden verabschieden sich mit
gespielter Rührung. In der Zwischenzeit hat Adele nun doch frei bekommen,
und Rosalinde empfängt nun Alfred, welcher sich auch gleich in den
Schlafrock Eisensteins wirft und Rosalindes Sorgen mit Gesang und Trank
erlischt. Jäh beendet wird die frohe Stimmung als plötzlich der
Gefängnisdirektor Frank erscheint, um Eisenstein abzuholen. Um die Ehre
Rosalindes zu retten, muss Alfred nun die Role Eisensteins übernehmen und
mit Frank ins Gefängnis gehen.
2. Akt
Im Gartensalon des Prinzen
Orlofsky. Dr. Falke verspricht dem jungen Prinzen viele heitere Momente an
dem Abend, denn das Lustspiel, dass er vorbereitet habe, heisse Rache
einer Fledermaus. Die Hauptfigur in diesem Spielist Eisenstein, welcher
als Marquis Renard auftritt. Adele ist die zweite Hauptdarstellerin, welche
in einer edlen Robe ihrer Herrin erscheint. Diese vermutet nicht, dass Dr.
Falke sie zum Ball eingeladen hat und nicht ihre Schwester. Sie wird dem
Prinzen als junge Künstlerin vorgestellt, und als Eisenstein seine
berechtigte Vermutung äussert, sie sei ein Stubenmädchen, weiss sie dies
geschickt zu leugnen. Die dritte Person in diesem Rachespiel ist Frank in
der Rolle eines Chevalier Chagrin. Er freundet sich rach mit dem
vermeintlichen Marquis Renard an. In der Zwischenzeit hat Dr. Falke
Rosalinde verraten, wo sich ihr Gatte in Wirklichkeit aufhält. Schon
erscheint sie auf dem Ball mit einer Maske und erregt die Aufmerksamkeit
Eisensteins. Schlau wie sie ist, schafft sie es, Eisensteins Taschenuhr als
‚Corpus Delicti‘ an sich zu nehmen. Die Gesellschaft heisst Rosalindes
Maskiertsein nicht gut, warum sie sich als ungarische Gräfin ausgibt, indem
sie einen Csárdás zum Besten gibt. Danach fällt das allgemeine
Gesprächsthema auf die Fledermaus. Aus diesem Anlass erzählt Eisenstein, wie
er seinerzeit den als Fledermaus verkleideten Dr. Falke am Morgen des
Aschermittwoch sturzbetrunken im Gehölz abgesetzt habe, worauf dieser –
ausgelacht von den Gassenjungen – maskiert habe nach Hause gehen müssen und
seither rundum als Dr. Fledermaus gehänselt worden sei. Über die Rache, mit
der Dr. Falke ihm droht, lacht Eisenstein nur, ohne zu wissen, dass er
bereits zum Opfer geworden ist. Fröhlich wird getrunken und gefeiert, bis
die Glocke 6 Uhr schlägt und Frank und Eisenstein zum Aufbruch mahnt.
3. Akt
In der Kanzlei des
Gefängnisdirektors. Stark angetrunken erscheint Frank in seinem Amt, wo ihn
der Gerichtsdiener Frosch empfängt. Er möchte sich ausruhen, aber schon
bekommt er Besuch: Als erste erscheint Adele, welche ihm verrät, wer sie
wirklich ist und ihn bittet, sie für die Bühne ausbilden zu lassen, wobei
sie ihm gleich ein paar Kostproben ihres schauspielerischen Talentes gibt.
Dann kommt Eisenstein, welcher staunend feststellt, dass hier Chevalier
Chagrin als Gefängnisdirektor sitzt. Er möchte jetzt aber doch beweisen,
dass er Eisenstein ist, muss aber gleich erfahren, dass Frank selbst den
Eisenstein gestern Abend hierhergebracht hat. Er hat einen furchtbaren
Verdacht. Um Gewissheit zu erlangen, legt er sich die Robe des Advokaten
Blind um, der mittlerweile herbeigerufen worden ist und fängt an, seine vor
Ort erschienene Frau und Alfred zu verhören. Er ist so wütig, dass er sich
bald verrät, aber kleinlaut wird, ale Rosalinde ihm die Uhr zeigt, welche
sie im beim Ball von Orlofsky abgenommen hat. Also kann er ihr keinen
Vorwurf machen. Aber er hätte es noch immer gern, wenn Alfred an seiner
Stelle die Strafe absitzen würde, was natürlich nicht geht. Als sich nun die
ganze Gesellschaft vom Vorabend und auch Orlofsky mit Dr. Falke einfinden,
begreift er endlich, das er selber der Rache der Fledermaus zum Opfer
fiel. Prinz Orlofsky, der sich über dies alles grossartig amüsiert hat,
verspricht Adele, ihr Kunstmäze zu sein.