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August Lanner (1835-1855)

Er war der Sohn
Joseph Lanners. Sein richtiger Name lautete Augustin, aber das '-in' wurde
später weggelassen. Geboren wurde er am 23. Januar 1835 in Wien. Er besuchte die
noble St. Anna-Schule und war ein sehr guter Schüler, genoss jedoch keine
erfüllte Kinderstube. Schon früh erkannte man sein musikalisches Talent und
förderte ihn. Vorerst lernte er Harmonielehre bei seinem Onkel, dem k.u.k.
Hofopernkapellmeister Josef Strebinger. Er erhielt Unterricht in Violine bei
Raab und Komposition bei den berühmten Lehrern Joseph Hellmesberger dem Älteren
und Professor Josef Mayseder. Das Komponieren lag dem Jungen ausgezeichnet, und
schon früh schrieb er kleine Walzer und Polkas. Sein Fortschritt war grossartig,
was nicht zuletzt auf die hervorragenden Lehrmethoden Mayseders zurückzuführen
ist.
Zwei Monate nach dem Dahinscheiden seines berühmten Vaters,
am 22. Juni 1843, dirigierte er im Alter von acht Jahren das Lanner-Orchester im
Bräuhausgarten in Fünfhaus, wo um die 2000 Menschen anwesend waren. Der
Orchesterleiter Raab stellte dem Publikum den Lanner-Sprössling vor, welcher
bejubelt wurde. Raab stellte den Knirps auf einen Sessel, von wo aus der Kleine
zum Dirigieren anhob. Das Orchester spielte den Schönbrunner-Walzer und die Hans
Jörgel Polka. Es war köstlich, wie das Lannerl tüchtig den Bogen schwang und
dabei kontrollierend auf die Musiker blickte. Fortan wirkte August bei den
Auftritten mit und zog dabei grossen Erfolg mit sich.
Am 19. März 1853 wurde er zum professionellen Musiker, indem
er die Musikdirektion des Lanner-Orchesters übernahm. Leider gehören die Werke
August Lanners heute zu Unrecht zum vergessenen Kunstgut. Seine Kompositionen
bestechen durch liebliche Melodik,
Schwung und Grazie und sind vornehm instrumentiert. Er komponierte bis zu seinem
sehr frühen Tod rund 30 Werke aus der Tanzmusik. August Lanner starb in Wien am
27. September 1855 im jungen Alter von 20 Jahren an einem Lungenleiden. Ganz
Wien trauerte um August Lanner, dessen Leiche in der
Paulanerkirche
auf der Wieden eingesegnet und danach in Döbling neben seinem Vater Joseph
bestattet wurde. Tausende nahmen am Begräbnis teil. Wer weiss, was aus dem
hochbegabten Musiker geworden wäre, hätte ihn nicht so ein früher Tod ereilt…!
Werke
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D'ersten Gedanken, Walzer
Sperl - Galopp
Frühlingsknospen - Walzer
Original - Polka
Gruss an die Steiermark, SteyrischeTänze
Heiligenstädter-Souvenir, Quadrille
Brabanter-Klänge, Walzer
Annen - Polka
Sofien-Klänge, Walzer
Marsch (untitled)
Die Drei und Zwanziger, Walzer
Keolanthe - Quadrille
Kränzchen-Stammblätter, Walzer
Amalien - Polka
Ballnacht-Träume, Walzer
Scherz - Polka
Elisabeth Bürger-Ball-Tänze
Kaiser-Braut-Ankunfts-Marsch
Die Gemüthlichen Wiener, Walzer
Elfen - Polka
Festgedichte - Walzer
Vermählungs - Polka
Kränzchen-Fest-Quadrille
Prinzessin Sophie-Dorothea,
Wiegenlieder-Walzer
Isar-Klänge, Walzer
Die Orientalen, Walzer
Vergissmeinnicht - Polka
Mur-Lieder, Steierische-Tänze
Brucker-Jux-Polka
Der Tanz durch’s Leben, Polka-mazur
Waldvögerln - Walzer
Wiener Tanzeln aus der guten, alten Zeit
Die Gustwerber, Walzer
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