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Marie Antoinette (1755-1793)

 

 

Als jüngste Tochter Maria Theresias und Kaiser Franz Stephans I. wurde Maria Antonia am 2. November 1755 in Wien geboren. Es war schon früh Maria Theresias Absicht, Maria Antonia im französischen Königshaus unterzubringen, um die politische Lage zu stärken und durch diese Heiratspolitik ihrer Tochter eine hervorragende Stellung zu gewähren. die Erzherzogin war allerdings ein eher widerspenstiges Kind, interessierte sie sich doch recht wenig für Schulaufgaben und Lernen. Nur für die Musik hatte sie ein Ohr, und so spielte sie gelegentlich mit dem jungen Mozart Duette in Schönbrunn.

Nach zahlreichen Verhandlungen und Unterredungen hielt im Jahre 1769 König Ludwig XV. von Frankreich für seinen Enkel und Nachfolger Dauphin Louis-Auguste um Maria Antonias Hand an. Am 21. April 1770 reiste Maria Antonia von Wien über Augsburg, Günzburg, Ulm und Freiburg nach Strassburg. Von da aus ging die Reise weiter nach Versailles. Ihr Leben am französisch Hof sollte nicht leicht werden, denn kaum angekommen, war sie Opfer von Intrigen und Bosheiten innerhalb des Hauses. Zudem entwickelte sich die 14jährige charakterlich kaum weiter, blieb naiv, oberflächlich und freizügig. Einen Sinn für Diplomatie und Überlegungen entwickelte sie nicht. Der Dauphin, ihr Mann, war ein scheuer und leicht vertrottelter Mann, welcher während der ersten sieben Ehejahren nicht fähig war, Kinder zu zeugen, was dazu führte, dass Marie Antoinette vom Volk kritisiert belächelt wurde. Sie überging dies jedoch und widmete sich in erster Linie unterhaltsamen Dingen wie dem Kartenspiel, Theater und Festivitäten.

 

   

Im Jahre 1774 starb Louis XV., worauf der Dauphin den Thron bestieg. Da Marie Antoinette gerade mal 19 Jahre alt war zu diesem Zeitpunkt, machte sich Maria Theresia in Wien sorgen um ihre Tochter und versuchte, sie mit Briefen zu leiten und zu beraten. Marie Antoinette nahm aber ihre Pflichten dennoch nicht sonderlich ernst und vertrieb sich die Zeit lieber mit der Mode oder kosmetischen Angelegenheiten. Sie lebte ein verschwenderisches Leben und gab das Geld mit vollen Händen aus. Der Lauf der Dinge und die Missgunst gewisser Personen wollte es, dass Marie Antoinette einer List („Halsbandaffäre“) zum Opfer fiel und sie folglich ihr Ansehen und Vertrauen bei der Bevölkerung verlor.

Politisch war der französische Staat in einem Tief, die Regierung schwächelte, und 1789 war der Staat bankrott. Die Generalstäbe, welche von Ludwig XVI. einberufen worden sind, wollten eine Verfassung für Frankreich. Dies war der Anfang der Französischen Revolution. Am 20. Juni 1791 versuchten die Monarchen, Paris zu verlassen und ins Ausland zu flüchten, aber wegen eines Münzbildes wurde der könig in Varennes erkannt und mit seinem Gefolge nach Paris zurückgebracht. Im September 1792 wurde die Republik ausgerufen und am 21. Januar 1793 der König enthauptet. Auch Marie Antoinettes Schicksal war bereits zu dem Zeitpunkt besiegelt. Am 14. Oktober musste sie vor den Tribunal treten, wo sie des Hochverrats und der Unzucht beschuldigt wurde. Jetzt aber zeigte Marie Antoinette eine Seite, wie sie eine Tochter Maria Theresias haben muss: Sie war tapfer und standhaft beim Prozess und zeigte eine Haltung wie man sie von ihr nie kannte. Am 16. Oktober 1793 um 10 Uhr wurde Marie Antoinette mit gefesselten Händen zum Schafott geführt. Gelassen und mit stolzer Haltung ging sie in den Tod, das tragische Ende eines 38jährigen Lebens, welches so vielversprechend begonnen hatte.