|
Als um 1679 in Wien die Pest
wütete, war Kaiser Leopold I. mit
seiner dritten Frau Eleonore von Pfalz-Neuburg nach Linz geflohen. Dort
wurde am 13. Dezember 1680 Erzherzogin Maria Elisabeth geboren. Als die zweite
Türkenbelagerung zuende war, wuchs die Kaisertochter ab 1683 am Wiener Hof
umgeben von barocker Pracht auf. Sie wurde sorgfältig erzogen und erhielt
Unterricht in Französisch, Italienisch und Latein. Sie studierte später den
Stammbaum ihrer Ahnen und verfasste mit 19 Jahren eine Geschichte des Hauses
Habsburg.
Im Jahre 1725 wurde Maria
Elisabeth von ihrem Bruder Karl VI. für
das Statthalteramt der österreichischen Niederlande auserwählt. Maria
Elisabeth lebte sich in dem Land an der Nordsee sehr gut ein und verfügte
über hohe Kompetenzen, welche jedoch nicht genau erforscht sind. Sie hatte
die Befugnis, Bischöfe und Äbte zu ernennen, wenn auch nach Absprache mit
dem Wiener Hof. Ihr wurde ein hohes Gehalt gewährt, was es ihr ermöglichte,
feudal zu residieren. Sie trat als grosszügige Mäzenin auf, insbesondere im
Bereich der Musik.
Maria Elisabeths Politik
wurde vom Wiener Hof nicht immer goutiert. Dafür war sie bei den
Niederländern hoch angesehen und beliebt. 1741 starb die Statthalterin auf
Schloss Mariemont in der Nähe von Charleroi. Ihre sterblichen Überreste
wurden in der Kathedrale von Brüssel beigesetzt, um 1749 jedoch in die
Wiener
Kapuzinergruft überführt.
|