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Leopold I. (1640-1705)

 

 

Leopold wurde am 9. Juni 1640 in Wien geboren. Sein Vater Ferdinand III. sah für ihn eine geistliche Laufbahn vor, aber als sein älterer Bruder Ferdinand IV. unerwartet verstorben war, wurde Leopold sein unmittelbarer Nachfolger und bestieg 1657 den Thron als römisch-deutscher König und König von Ungarn. Im Folgejahr wurde Leopold trotz hinterhältiger Machenschaften und Intrigen Frankreichs zum Kaiser gekrönt. Da dies alles sehr schnell und unerwartet vor sich ging und Leopold daher politisch noch unerfahren war, liess er die Staatsgeschäfte von seinen beiden vertrauten Beratern Fürst Auersperg und Lobkowitz verrichten. Dies wurde bis 1680 so gehandhabt, bis Leopold die Staatsgeschäfte selber übernahm. Trotz Kriegen gegen den französischen Staat schaffte Leopold es nicht, diesen am Vordringen bis zum Rhein zu hindern. Um 1700 starb mit Karl II. der letzte Habsburger der spanischen Linie, und Leopold versuchte, seinen jüngeren Sohn Karl als Begründer einer neuen spanischen Linie einzusetzen, was aufgrund der konkurrierenden Ansprüche der Bourbonen den spanischen Erbfolgekrieg auslöste, welchen Leopold I. nicht überlebte.

Leopolds Gesinnung für den Zentralismus löste in Ungarn Unruhen aus. Zudem war er konservativer Katholik, weshalb er in den Jahren 1670 und 71 die Juden vertreiben liess. Unter Leopold I. erfuhr die Stadt Wien eine umfangreiche barocke Umgestaltung, welche auch die Erbauung von Schloss Schönbrunn und den leopoldinischen Trakt der Hofburg umfasste. Leopold I. war ein wissenschaftlich interessierter Mann, sprachbegabt, historisch und literarisch interessiert und gründete mitunter die Universitäten von Innsbruck und Breslau. Zudem war er musikalisch sehr gewandt, komponierte fleissig und hinterliess rund 230 Werke. Er war jedoch willensschwach und ausserordentlich hässlich. Auf Bildnissen wird er idealisiert dargestellt. Leopold I. starb am 5. Mai 1705 in Wien.