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Karl I. (1887-1922)

 

 

Geboren wurde Karl am 17. August 1887 in Persenbeug bei Ybbs an der Donau. Da sein Vater Erzherzog Otto Franz Joseph ein lebensfroher Herumtreiber war, wurde Karl in dessen Abwesenheit von seiner Mutter Maria Josefa wohlerzogen und studierte am Schottengymnasium. Um 1905 trat er dem 7. Dragonerregiment in Böhmen bei. Im Jahre 1911 vermählte er sich mit Prinzessin Zita von Bourbon-Parma, welche ihm bereits ein Jahr später das erste von acht Kindern gebar. Die Familie wohnte in Schloss Hetzendorf. Da Kronprinz Rudolf sich 1889 in Mayerling das Leben genommen hatte und Erzherzog Franz Ferdinand 1914 in Sarajevo ermordet worden war, wurde Karl gleichzeitig mit Beginn des Ersten Weltkrieges zum Thronfolger.

Im Krieg führte Karl das 20. Edelweissregiment in Oberitalien und war auch in Galizien an der Front. Bereits im Jahre 1916 plante Karl einen Kompromissfrieden und unterbreitete in Wien seine Vorschläge. Als Franz Joseph im selben Jahr starb, wurde Karl Kaiser des untergehenden Reiches. Jetzt bemühte er sich erst recht um den Frieden und die Rettung des Habsburgerreiches, aber sämtliche Unternehmungen scheiterten, denn am 23. März 1917 äusserte er über einen Verwandten unter strenger Geheimhaltung den Ententemächten seine Friedensbereitschaft (Sixtusaffäre), was von Frankreich als Zeichen der Schwäche verstanden wurde, worauf inakzeptable Gebietsansprüche folgten. Deutschland war brüskiert, da es für Österreich aus Bündnistreue in den Krieg eingetreten ist. Der Versuch, mit den Vereinigten Staaten einen Sonderfrieden auszuhandeln, zog auch hier unannehmbare Bedingungen nach sich. Ein Vorschlag der österreichisch-ungarischen Regierung zu einem Verständigungsfrieden stiess auf taube Ohren, und Wilson liess verlauten, dass man mit den Kaiser Deutschlands und Österreichs keine Verhandlungen tätigen wolle und forderte zum Sturz der Monarchien auf. Zwischen Oktober und November 1918 erfolgt der Zusammenbruch der Donaumonarchie, und die Länder Österreich-Ungarns bildeten ihre eigenen Regierungen. Karl versuchte, die Monarchie in Ungarn zu reaktivieren und dankte daher nie formell als König von Ungarn ab. Darauf wurde er von den Ententemächten nach Madeira ins Exil geschickt, wo er am 1. April 1922 im jungen Alter von 34 Jahren in Quinta do Monte starb. Als Todesursache wurde eine Lungenentzündung angegeben. Diese dürfte den Monarchen nach seiner starken seelischen Erschöpfung und körperlichen Auslaugung heimgesucht haben. Der letzte Kaiser Österreichs wurde in der Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte bei Funchal beigesetzt. Sein Herz ist zusammen mit demjenigen seiner Frau im Schweizer Kloster Muri bestattet.


Karl I. mit seiner Frau Zita und Sohn Otto