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Guntram der Reiche (?-973)
 

 

Guntram der Reiche wird in der „Acta Murensia“, der Chronik der Habsburger, als erster des Stammbaums genannt. Geboren wurde er in der ersten Hälfte der 10. Jrh. im Elsass und gehörte der Familie der Eberharde an, welche ein Zweig der Etichonen war (elsässische Adelssippe benannt nach dem Stammvater Adalricus / Eticho). Seine Mutter hiess Hildegard und sein Vater Hugo, dieser war ein Graf im elsässischen Nordgau. Guntram war der dritte Sohn in der Ehe von Hildegard und Hugo.

Guntram besass zahlreiche Gebiete am Oberrhein, war Graf in Breisgau und Herzog von Muri. Wegen eines Hochverrats, dessen Hintergründe nicht bekannt sind, wurden ihm von Otto I. viele seiner Güter und die Grafenwürde entzogen. Erst seine Enkel sollten wieder politischen Einfluss haben. Unklar sind die Hintergründe von Guntrams Nachkommen, denn mit Sicherheit belegt ist nur ein Sohn namens „Kanzelin“, welcher den Stammbaum fortgeführt hat. Aus einer Überlieferung geht jedoch auch ein Sohn namens „Lanzelin“ (Landolt) hervor. Vermutlich handelt es sich dabei um ein und dieselbe Person, was jedoch historisch nicht bewiesen werden kann. Man geht aber davon aus, dass Guntram der Grossvater Radbots von Habsburg war. Somit gilt Guntram als Stammvater der europäischen Königshäuser. Die niederösterreichische Gemeinde Guntramsdorf ist nach ihm benannt. Guntram der Reiche starb am 26. März 973.