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Wagnervillen

14. Bezirk, Hüttelbergstrasse 26 - 28
 

Der bedeutende Jugendstilarchitekt Otto Wagner entwarf und erbaute in den Jahren 1886 bis 1888 für sich und seine Familie in Hütteldorf ein Sommerhaus (1. Wagner-Villa), welches er jedoch ab 1895 permanent bewohnte. Nachdem seine Kinder gross geworden und ausgezogen waren, fühlte er sich in dem Haus nicht mehr wohl, da es für seine Ansprüche zu gross war. Er verkaufte die Villa dem damaligen Besitzer des Ronacher, Ben Tieber, und baute für sich gleich nebenan ein kleineres Wohnhaus (2. Wagner-Villa). Die 1. Wagner-Villa verwahrloste jedoch allmählich und geriet fast in Vergessenheit. Erneute Aufmerksamkeit wurde ihr jedoch zuteil, als der berühmte Schriftsteller Heimito von Doderer sein letztes Werk „Romanfragment No. 7, Der Grenzwald“ verfasste, in welchem die Villa Wagner Schauplatz bot. Als später der Maler und Grafiker Ernst Fuchs in den Besitz der Villa kam, liess er das Haus renovieren und im Wagner-Stil teils erweitern. Ernst Fuchs wohnt und wirkt heute in Monte Carlo, stellt jedoch in der Wagner-Villa seine Werke aus.
 


 


Der Gartenpavillon
 

Die 1. Wagner-Villa ist ein spektakulärer Bau im Stil der freien Renaissance am steilen Abhang des Hüttelberges. Dem Haus ist eine Freitreppe mit verspielten Eisengeländern vorgelagert. Sie führt zum Mittelteil des Hauses, welcher eine gegen die Vorderseite offene Halle darstellt, griechisch anmutend und von vier grossen Säulen mit vergoldeten Kapitellen getragen. Deckenornamente und Reliefwerk zieren die Halle. Seitlich der Halle ist je eine grosse Wandnische mit Ziervase angebracht, mit barockisierender Ornamentik reich verziert, darüber je eine Inschriftentafel. Deutlich zurückversetzt schliessen die beiden Seitentrakte an. Um das Haus liegt sorgfältig gepflegtes Buschwerk. Links im Garten etwas versteckt in den Bäumen steht ein Gartenpavillon mit reicher Ornamentik, die sich an byzantinischen und asiatischen Formen orientiert.

 




 


Die 2. Wagner-Villa gleich nebenan ist eine Stahlbetonkonstruktion und wesentlich schlichter konzipiert. Kubische Formen, Ecken, Kanten und die Farbe Blau prägen das  auf den ersten Blick nüchterne Erscheinungsbild. Ein auslandendes Gesims säumt das Flachdach. Die Fensterbemalung über dem Eingang und die Mosaiken in der Loggia stammen von Kolo Moser, welcher beispielsweise auch bei den Wienzeilehäusern eng mit Otto Wagner zusammenarbeitete.




 

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