|
Das Toleranzedikt von Kaiser
Joseph II.
umfasste nicht ausdrücklich die Duldung des muslimischen Glaubens in
Wien, doch wurde er in die Kategorie der akatholischen
Glaubensrichtungen mit eingeschlossen und hatte Anspruch auf eine eigene
Gebetsstätte, sobald mindestens hundert Familien diesen Glaubens in Wien
wohnten. Die Pläne für den Bau bestanden bereits, aber warum es nicht zu
deren Verwirklichung gekommen ist, weiss man heute nicht. Jedenfalls
lebten bereits im frühen 18. Jrh. islamisch Gläubige in Wien,
hauptsächlich Kaufleute aus der Türkei, welche vom Kaiser Privilegien
zur Förderung des Handels erhielten. Im Jahre 1979 wurde die grosse
Moschee am Hubertusdamm im
21. Bezirk unter Anwesenheit von Bundespräsident Rudolf
Kirchschläger, Bundeskanzler Bruno Kreisky, Bürgermeister Leopold Gratz
und des Saudi-Arabischen Unterrichtsminister Afiz Al-Kuweiter eröffnet.
Zu dem Zeitpu8nkt lebten in Wien rund 17'000 Muslime. Der Moscheekomplex
mit dem 32 Meter hohen Minarett und dem grossen grünen Kuppeldach
umfasst zudem eine Koranschule, eine Bibliothek und ein Festsaal.
|