|
<<
zurück
Pfarrkirche St. Nikolaus in Inzersdorf
23. Bezirk, Draschestr. 105
|
Am 15. September 1217 wurde in Inzerdorf eine
Pfarre gegründet. Somit gehört sie zu einer der ältesten in der heutigen
Erzdiözese Wien. Damals hat laut Urkunde die Schlosskapelle des Ritters von
Inzersdorf als Pfarrkirche gedient. Das Patrozinium des hl. Nikolaus ist
möglicherweise vorbeiziehenden Kreuzfahern zu verdanken, welche die
Verehrung des Heiligen hierher brachten.
Die erste Türkenbelagerung von 1529 brachte Tod und Zerstörung nach
Inzersdorf. Wegen mangelnder Betreuung der in Wien wohnenden Priester und
aufgrund der lutheranischen Angehörigkeit des damaligen Gutsbesitzers wurde
Inzersdorf zu einem Zentrum des Protestantismus. Erst rund 100 Jahre später
zog der Katholizismus wieder ein. Während der zweiten Türkenbelagerung von
1683 wurde Inzersdorf erneut völlig verwüstet. Erst um 1744 war die
bisherige gotische Kirche wieder instand gestellt und ihrer Funktion
übergeben. Eine schwere Feuersbrunst zerstörte am 8. Juni 1817 das
Gotteshaus vollständig, worauf die Ruine abgetragen wurde. |
 |
|
Um 1818 wurde der Bau einer neuen Pfarrkirche in
Angriff genommen. Als Bauherr wird der Gutsbesitzer Herzog von Corigliano
genannt. In Gedanken treu seiner ursprünglichen Heimat liess er die neue
Kirche im Stil des norditalienischen Klassizismus gestalten. Die eindeutigen
Merkmale dafür sind der Rundbau mit Apsis, Portikus mit Dreiecksgiebel sowie
der Campanile. Um 1820 war die Kirche vollendet. Der Gutsbesitzer Alios
Miesbach liess die Kirche um 1846 durch einen Zubau vergrössern. Heinrich
Ritter Drasche von Wartinberg, eine Neffe Meisbachs, liess im Jahre 1860 die
Kapelle an der Ostseite der Kirche anbauen. Sie diente als Grabkapelle für
seinen Onkel und die Angehörigen des Hauses derer von Drasche. Im Zweiten
Weltkrieg wurde die Inzersdorfer Nikolauskirche stark beschädigt, zehn Jahre
danach jedoch vollständig wieder instand gesetzt. Eine weitere umfassende
Renovierung wurde in den Jahren 1980/81 vorgenommen.
|
|