|
Im Jahre 1938 verliess die Familie Pollack-Parnau
Österreich, weil sie den so genannten Ariernachweis nicht erbringen
konnte. Darauf wurde das Gebäude „arisiert“ und zum Sitz der
NSDAP-Kreisleitung im dritten Bezirk gewählt. Hierfür wurde das Palais
baulich verändert, indem die Säulenornamentik und die grossen Amphoren
auf dem Gesims des dritten Stockwerkes entfernt wurden, um einem grossen
Reichsadler Platz zu machen. Die schmucken Fassadenreliefe wurden
weggeschlagen und die zierlichen Balkongeländer gegen schlichtere
ausgetauscht.
Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörte eine Kriegsbombe das
Gebäude. Die Familie Pollack-Parnau, welche bis dahin in Budapest gelebt
hatte, erhielt das Eigentumsrecht an ihrem Palais zurück, welches sich
bei ihrer Rückkehr jedoch als irreparabler Trümmerhaufen präsentierte.
1958 wurde ein nüchternes Bürohaus der Firma Steyr-Daimler-Puch an der
Stelle errichtet, welches bis 2005 bestand und dann abgebrochen wurde.
Nachdem dort fast zwei Jahre eine hässliche Lücke klaffte, wurde darauf
ein hochmodernes Glasgebäude anstelle des einstigen Palais
Pollack-Parnau errichtet. Ob sich die interessante Architektur in das
altehrwürdige Bild des Schwarzenbergplatzes "schmerzlos" einfügt, liegt
im Auge des Betrachters.
|