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An der Ecke Stallburggasse / Bräunerstrasse
stand einst das Haus der Herren von Eytzing, welches danach in den
Besitz der Familie Trautson kam, welche in unmittelbarer Nachbarschaft
ihr Stadtpalais besass. Nicht belegt, jedoch vermutet wird eine
Schenkung des Anwesens um das Jahr 1629 an einen Tobias von Kaiserstein,
dessen Vater aus Ingolstadt stammte und nach einer Auswanderung nach
Wiener Neustadt dort Richter und Bürgermeister geworden war, was eine
spätere Erhebung in den Adelsstand zur Folge hatte. Tobias’ Nachkomme
Johann Paul Kaiserstein liess darauf an der Stelle ein neues
Familienpalais errichten und unterstellte es einem Fideikommiss, was zur
Folge hatte, dass das Haus lange Zeit im Familienbesitz blieb. Eine Zeit
lang mietete sich das Bankhaus Arnstein & Eskeles im Palais Kaiserstein
ein. Ab 1885
war Helfried Reichsherr von Kaiserstein der letzte Besitzer des Hauses,
ehe es im Jahre 1910 abgerissen wurde. Heute steht an seiner Stelle ein grosser Bau im schlichten Jugendstil.
Das Palais Kaiserstein war anfangs ein viergeschossiger Barockbau. Als
jedoch um 1809 Napoleons Truppen die Stadt Wien bombardierten, wurde das
Palais getroffen, und in der folge brannte der Dachstuhl aus. Im Zuge
der Reparaturen wurde das Haus gleich um eine Etage aufgestockt. Somit
erreichte das Haus beeindruckende Ausmasse. Barocker Fensterschmuck,
Rustizierung und Riesenpilaster gaben der Fassade ihr prachtvolles
Gesicht. Über das Innere weiss man heutzutage nichts Genaues mehr, aber
aus zeitgenössischen Beschreibungen geht hervor, dass die Räume überaus
reich und prunkvoll ausgestattet waren. |

Um 1910 |