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Palais Erdödy
1. Bezirk,
ehem. Walfischgasse 9 / Krugerstrasse
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Nikolaus Fürst Esterhazy III. erwarb um 1809 zwei Häuser an der
Walfischgasse, wovon eines das Haus „Zur weissen Lilie“ war, welches
einst Helene Starhemberg, der Frau des legendären Grafen Starhemberg,
dem Verteidiger Wiens, gehört hatte. Zum Zeitpunkt des Kaufes durch
Nikolaus Esterhazy, gehörte das Haus „Zur weissen Lilie“ dem Grafen
Sinzendorf. Die beiden Gebäude wurden abgerissen, und an ihrer Stelle
entstand ein Wohnpalais im Empirestil. Bis in die 70er Jahre des 19. Jh.
blieben die Esterhazy Besitzer des Palais. Dann wurde es von der
Grafenfamilie Erdödy erworben. Ab 1911 wechselte das Haus noch zweimal
die Besitzer, ehe im Zweiten Weltkrieg die Deutsche Reichspost sich in
den Räumen einquartierte. Ein Bombenhagel gegen Ende des Zweiten
Weltkrieges richtete beträchtlichen Schaden an dem Gebäude an. Um 1953
kaufte der Verein der Freunde des Wohnungseigentums das marode Gebäude,
liess es abtragen und einen Neubau errichten. |
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Wie für die
Palaisarchitektur der Empirezeit war das Haus gegen aussen hin ohne
repräsentativen Prunk und wirkte eher schlicht, dafür vornehm. Umso
reicher und glanzvoller war die Innenausstattung. Eine dreischiffige
Einfahrtshalle mit Tonnengewölbe und Reliefarbeit führte in den
Innenhof. Dort befand sich ein Hausbrunnen und darüber ein Löwenrelief.
Das elegante Treppenhaus war mit einem einfachen Eisengeländer,
glänzenden Marmorwänden und Säulen mit Palmettenkapitellen ausgestattet.
Der grosse Festsaal war ein Meisterwerk empirischer Innenarchitektur: Es
war ein grosser langgezogener Raum mit mehreren schweren
Kristalllustern, einem kostbaren Parkettboden, Wandleuchtern,
Marmorwänden und ornamentierter Decke. Das Palais Erdödy war eines der
bedeutendsten Beispiele empirischer Innenarchitektur in Wien. |
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