|
Joseph Graf
Deym von Stritez, damals eine schillernde und wohlbekannte Wiener
Persönlichkeit, tötete ende 18. Jrh. bei einem Duell seinen Gegner und
musste darauf die Flucht ins Ausland ergreifen. Deym war ein grosser
Bewunderer Mozarts und besass in Wien eine grosse Kunstgalerie mit
Wachsfiguren, Spieluhren und mechanischen Orgelwalzen. Er soll Mozarts
Totenmaske abgenommen haben. Im Jahre 1790 kehrte der Graf unter dem
Decknamen Joseph Müller nach Wien zurück. Seine Kunstsammlung war bis
ca. 1798 in einem Gebäude am Stock-im-Eisen-Platz untergebracht.
Daraufhin dürfte der Graf für sich und seine Sammlung das Palais am Ende
der Rotenturmstrasse beim Schwedenplatz erbaut haben. Es war gemäss
Abbildungen ein dreigeschossiges Gebäude mit Flachdach und
rustifiziertem Sockelgeschoss und wenig Fensterschmuck. Der deutlich
hervortretende Risalit war im Parterre mit Arkaden gegliedert. Das
Palais Deym war in Wien als Müllersches Gebäude bekannt. Es wurde im
Jahre 1889 demoliert.
|