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Als an der
Wiener Weltausstellung 1873 ein von Friedrich Siemens konstruierter Ofen zur
Leichenverbrennung vorgestellt wurde, machte man sich in der Kaiserstadt
konkrete Gedanken, diese Art der Bestattung einzuführen. Bereits im
Folgejahr bestand im Gemeinderat der Antrag, dass bei der weiteren
Errichtung der Gebäude auf dem
Zentralfriedhof eine eventuelle Einrichtung
zur Einäscherung der Leichen eingeplant werde. Der Antrag wurde jedoch
abgelehnt. Erst zu Beginn des 20. Jrh. nahm die Zahl der Befürworter der
Feuerbestattung in Wien zu. Erst am 7. Oktober 1921 wurde die Genehmigung
zum Bau eines Krematoriums auf dem Gelände zwischen dem Zentralfriedhof und
Schloss Neugebäude erteilt. Bis zu dem Zeitpunkt mussten Tote aus
Österreich, wollte man sie einäschern, in ausländische Krematorien nach Zittau oder später
nach Reichenberg gebracht werden, was viel Zeitaufwand und Umtrieb
bedeutete. Am 17. Januar 1923 erfolgte in dem von Clemens Holzmeister
geplanten und errichteten Krematorium die erste Leichenverbrennung. Vorerst
aber stiess diese Bestattungsart noch nicht überall auf Verständnis. Erst in
den 60er Jahren wurde die Kremation als eine der Erdbestattung
gleichgestellte Beisetzungsart anerkannt.
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