Piaristenkirc
 

Google
PlanetVienna Web


 
 Hotels in Wien

 
 
   Über Planet-Vienna
   
   Home
   Historia
   Geographie
      Die Bezirke
 
   In Wort und Bild
      Plätze/Strassen
      Kunst/Kultur
      Kirchen
      Prunkbauten
      Wiener Palais
      Kaffeehäuser
      Beisln / Heurige
      Varia
        Wien Umgebung
      Alt-Wien (Photos)
      Alte Ansichten
     Impressionen
       Vogelperspektive
       Bilderverkauf
   
   Architekten
   Musik
      Komponisten
      Operette
      Walzer
      Musikfiles
 
   Die Habsburger
   Wien und der Tod
  Wienerisches
   Blog
    
  Kontakt
  Partnerseiten
  Sitemap
  Disclaimer
English
   
   
   
   

 

 
Besucher seit Juni 2009
 

<< zurück


Die Erdbestattung
 

 

Im 16. Jrh. wurde es allmählich üblich, die Toten in einem Sarg zu bestatten. Zuvor hat man sie hauptsächlich in Tücher gewickelt, in Leinensäcke eingenäht oder in Behältnissen wie grosse Krüge oder ausgehöhlte Baumstämme beerdigt. Da aber anfangs ein Holzsarg der oberen Schicht vorbehalten war, nutzte man oft nur einen Gemeindesarg, in dem man den Verstorbenen bloss zu seinem Grab brachte. Die Umstände im 18. und 19. Jrh. wie beispielsweise das Aufbahren des Toten für einige Tage machten einen Sarg fast unerlässlich, was dazu führte, dass es kaum mehr Bestattungen ohne Sarg gab. Erst als der Reformkaiser Joseph II. die Weisung erliess, dass die Toten ohne Sarg beerdigt werden müssen, änderte sich das wieder. Er befahl die Bestattung im Sparsarg, ein Sarg, dessen Boden aufklappbar war. So konnte der Tote im Sarg zum Grab gebracht werden. Dort betätigte man einen Riegel, worauf die Leiche wie ein Kartoffelsack ins Grab plumpste, selbstverständlich ganz zur Empörung der Bevölkerung. Daher währte dies nur für kurze Zeit, denn die Leute reklamierten über dieses gottlose Vorgehen, worauf Joseph II. seine Weisung wieder zurücknahm.

Das Einsargen wurde wichtiger Bestandteil der Bestattungszeremonie. Besonders in der oberen Schicht wurde dafür viel Geld ausgegeben. Der Verstorbene wurde gewaschen, angekleidet und „hübsch gemacht“. Dann wurde er in einen hölzernen oder auch metallenen Sarg gelegt, welcher je nach Wunsch mit den unterschiedlichsten Ornamenten verziert war, mal bewusst schlicht, mal ausserordentlich prunkvoll. Der Sarg war meist mit einer Matratze, einem Kissen und einem Schleier ausgestattet. Dazu wurde gerne teurer Stoff mit Bestickung und Spitze verwendet. Auf dem Sarg wurde ein Bouquet aus teuren Blumen platziert. Später entstanden Sargfabriken.

Nach der Aufbahrung wird der Sarg von vier Sargträgern zum Wagen und dann zum Grab gebracht. Um dem Toten eine würdevolle Absenkung ins ausgehobene Grab zu gewähren verwendet man eine mechanische Vorrichtung, welche über dem Grab platziert wird. Auf diese wird der Sarg gestellt und kann damit automatisch in die Tiefe versenkt werden. Dies ist einerseits optisch ein angenehmerer Anblick, andererseits werden die Totengräber entlastet. Seit 1894 wird dies auf allen städtischen Friedhöfen so praktiziert.


Der berüchtigte Sparsarg
 


Riegelvorrichtung am Sparsarg