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Edmund Eysler - Bruder Straubinger
Handlung, Inhalt
| 1. Akt |
In einer Stadt am Rhein
im 18. Jahrhundert auf dem Platz vor dem Stadttor. Es ist einiges los, denn
man erwartet den Landgrafen vom Feld zurück. Weiter zieht die Obrigkeit auf
und wirbt neue Gesellen an, während Schwudler mit seiner Frau Liduschka und
dem „wilden Mädchen“ Oculi, einer besondere Attraktion, Reklame macht für
seine Schaubude.Schwudler macht den Hofintendanten Naupp auf Oculi
aufmerksam, denn er solle sie dem Landgrafen empfehlen, da dieser doch eine
Vorliebe für Künstlerinnen habe. Und allgemein schwärmt er stets für junge
Mädchen, warum seine Ehefrau, die Landgräfin Lola, schon des öfteren anderen
Bewerbern Geld angeboten hat, damit sie das Interesse der Mädchen auf sich
lenkten und somit aus dem Blickfeld des Landgrafen entfernten. Heute freut
sich Lola auf die Heimkehr ihres Mannes. Für den empfang haben sie und ihre
Hofdamen sich als Offiziere kostümiert. Einige Burschen sind zur Stadt
hergewandert, worunter auch der Rosengärtner Bruder Straubinger und der
Deserteur Soldat Bonifaz. Müde von der langen Wanderung legt sich
Straubinger vor dem Stadttor hin und denkt dabei an seine alte Liebe, die
Marie. Bonifaz fürchtet, man können ihn womöglich als Fahnenflüchtigen
arrestieren, klaut dem schlafenden Straubinger den Ausweis und bewirbt sich
mit Erfolg als Rosengärtner. Als Straubinge aufwacht, merkt er den Diebstahl
und hat nun keine andere Wahl, als bei Schwudler eine Anstellung zu suchen
und da einzutreten. Schwudler hat auch schon eine Idee: Straubinger besitzt
noch immer den alten Ausweis seines Grossvaters, welcher mittlerweile 114
Jahre alt wäre. Nun verkleidet Schwudler den Straubinger als uralten
Veteranen und führt ihn so dem mittlerweile eingetroffenen Landgrafen vor.
Oculi, die von dem Schwindel nicht weiss, muss als des Alten „Pflegerin“
einspringen. Diese erinnert den Straubinger gar stark an seine ehemalige
Braut Marie. Der Schwindel ist erfolgreich: Die Landgräfin gewährt dem
vermeintlichen Alten eine Rente, und der Landgraf gesteht auch Oculi, die
ihm natürlich sehr gefällt, eine Geldsumme zu. Schwudler erhält das Amt als
Hofballarrangeur.
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| 2. Akt |
Szene im Hofgarten.
Schwudler merkt schon bald, dass es sich hier um einen nicht sehr lukrativen
Fürstenhof handelt und es hier nicht viel zu gewinnen gibt. Er lässt die
Landgräfin wissen, dass es ihr Ehemann auf Oculi abgesehen hat, worauf die
sofort plant, Oculi mit Straubinger zu verheiraten. Oculi aber ist natürlich
nicht einverstanden, den vermeintlichen uralten Mann zu heiraten. Sie sagt,
dass sie einen jungen Mann mit dem Namen Straubinger liebe, nicht aber so
einen alten, denn schliesslich weiss sie ja noch immer nicht, wer sich
hinter der Maske des Alten verbirgt. Dafür weiss Straubinger jetzt, dass es
sich bei Oculi um seine Marie handelt, worauf er sich sofort anerbietet,
diese zu heiraten. Und als er das Lied „Küssen ist keine Sünd‘“
singt, das er ihr einst beigebracht hat, erkennt sie ihn sofort und stimmt
der Heirat zu. Alle sind erstaunt über die plötzliche Meinungsänderung von
Oculi und auch über die Ehelust des Straubinger.
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| 3. Akt |
Im fürstlichen Wildpark vor
einer Hütte. Die Hochzeitsnacht ist vorbei, aber die Landgräfin macht sich
noch immer Sorgen, dass ihr Mann sich mit Oculi treffen könnte, denn sie
glaubt nicht, dass sie Ehe mit dem alten Mann Oculi zurückhalten könnte. So
stellt sie mit ihren Hofdamen dem Landgrafen nach, um ihn zu erwischen, wenn
er seine Frau betrügt. Die beiden glücklichen Eheleute sind inzwischen vor
die Hütte getreten und haben sich an den Frühstückstisch gesetzt. Weil
Straubinger sich ohne richtige Papiere nicht sicher fühlt, möchte er
weiterhin den alten Mann spielen. Dann aber findet Oculi plötzlich seinen
Ausweis, den Bonifaz seines schlechten Gewissesn wegen heimlich
zurückgebracth hat. Da entledigt sich Straubinger erfreut seiner Kleidung.
Dies sieht die Landgräfin und amüsiert sich über diese plötzliche
Verwandlung, während ihr Gatte von den Hofdamen ertappt wird, als er sich
heimlich zur Hütte schleichen wollte.
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