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Jacques Offenbach - Orpheus in der Unterwelt
Handlung, Inhalt

| 1. Akt |
1. Bild:
Tod der Eurydice. In einer Gegend nahe der griechischen Stadt Theben.
Eurydice fertigt eind girlande an, welche sie an die Haustür ihres Geliebten
Aristeus hängt. Orpheus, welcher der Direktor des Konservatoriums von Theben
ist, hält Eurydice aus der Ferne für seine Angebetete Nymphe Chloeund fängt
an, auf seiner Geige deren Lieblingsmelodie zu spielen. Dann aber erkennen
einander die beiden Eheleute. Eurydice lässt ihren Orpheus wissen, dass er
sie enttäuscht habe und dass sie deswegen ganz zu Aristeus gehen wolle.
Gemeinsam sprechen sie zu den Göttern, auf dass diese ihre Ehe aufheben
mögen. Aus Sorge zur Reputation will Orpheus aber jeglichen Skandal
vermeiden und droht Eurydice, dass er jedem ihrer Verehrer die Knochen
brechen werde. Trotzdem aber folgt sie ihrem Aristeus ind nahegelegene
Kornfeld, wo dieser plötzlich seine wahre Gestalt annimmt, sich in den
Höllengott Pluto verwandelt und Eurydice mit sich in die Unterwelt
hinabzieht. Darüber ist Orpehus erfreut und eilt sogleich zu seiner Chloe.
Die Öffentliche Meinung aber verlangt von ihm, dass er im Hinblick auf seine
eigene gesellschaftliche Stellung die Eurydice von Jupiter zurückerbitten
soll. Wider seines Willsens folgt er ihr zum Olymp.
2. Bild:
Der Olymp. Die Götter schlummern, und Morpheus berieselt sie mit
Mohn. Die Götter erwachen durch die jäh erklingende Jagdmusik, welche die
Ankuft Dianas verkündet. Jupiter, der trüb gelaunt, ermahnt alle, in
Zunkunft mehr Wert auf ihr Ansehen bei den Menschen zu legen. Eine weise,
jedoch vergebliche Mahnung, denn Juno lässt verlauten, dass einer der Götter
die Eurydice von der Erde entführt habe, und sie verdächtigt dessen sogar
Jupiter selbst. Dann aber überbringt Merkur die Nachricht, dass er grad eben
Pluto in der Unterwelt erblickt habe mit einer schönen Menschenfrau. Sofort
wird Pluto herzitiert, weiss sich aber geschickt mit Leugnen aus der Affäre
zu entziehen und startet nun sogar zum Gegenangriff und wirft Jupiter dessen
Liebeleien vor. Dann kommt die Meldung von Orpheus mit seiner Bitte, ganz zu
Jupiters Glück und Plutos Pech. Pluto wird befohlen, Eurydice wieder aus der
Unterwelt freizugeben. Um die Ausführung des Befehls zu überwachen machen
sich die Götter zur Fahrt in die Unterwelt auf.
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| 2. Akt |
3. Bild: Ein Prinz von
Arkadien.
Szene in Plutos Boudoir. Eurydice ist gelangweilt. Hans Styx, der diener
Plutos, welcher in Eurydice verliebt ist, ist dieser als Gesellschaft
leistender reichlich unsympathisch. Als er Jupiter mit Pluto kommen hört,
versteckt er Eurydice in einem Nebenzimmer. Pluto ist beunruhigt und
fürchtet, Jupiter könnte die Frau finden. Dieser schaut sich um und späht
nach der schönen Frau. Dann nimmt er eine Visitenkarte hervor und steckt
diese in das Schlüsselloch jener Tür, hinter der er Eurydice vermutet. Sie
findet die Karte und schöpft sogleich Hoffnung, dass sie befreit würde. Und
schon erscheint Jupiter wieder in Gestalt einer Fliege, scharwenzelt um sie
und verspricht ihr, sie zu befreien. Inzwischen hat Cupido Pluto gewarnt.
Dieser versucht erfolglos, von Hans Styx, welcher von Lethe berauscht ist,
etwas über den Anschlag Jupiters in Erfahrung zu bringen.
4. Bild: Die Hölle.
Die götter sind am Speisen. Unter ihnen befindet sich
Eurydice als Bacchantin verkleidet. Jupiter wartet auf den Augenblick, wo er
sie im Schutze des festlichen Treibens entführen kann, aber Pluto erinnert
ihn mahnend an sein Versprechen, sie zu Orpheus zurückzubringen. Schon
erscheint dieser in der Unterwelt, und Jupiter kann jetzt nur noch eine
Bedingung stellen: Orpheus dürfe sich beim Aufstieg aus der Unterwelt nicht
nach Eurydice umblicken, denn sonst würde sie für immer entschwinden.
Orpheus willigt ein, und die Öffentliche Meinung freut sich schon
siegessicher. Doch da versetzt Jupiter dem Orpheus mit seinen Blitzen einen
Schlag, worauf sich dieser unwillkürlich umdreht und somit auch schon das
Gebot verletzt hat. Folglich tritt er alleine den Weg in die Oberwelt an,
und Eurydice bleibt bei den Göttern in der Unterwelt – zu ihrer Freude und
auf Jupiters Geheiss als Bacchantin.
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