Beim fürstlichen Bergwerk Marienzeche. Vor
Jahren hatte der Direktor des Bergwerks ein intimes Verhältnis mit Julie
Fahnenschwinger. Jetzt lässt ihm der Wirt Strobl laut werden, dass Julie ein
Mädchen zur Welt gebracht habe. Zwack ist inzwischen ein verheirateter Mann,
der aber nebenbei noch immer da und dort Liebeleien pflegt. Er hat mitunter
ein Auge auf Nelly geworfen, eine Spitzenklöpplerin, welche jedoch Gefühle
für den Obersteiger Martin hat. Die Arbeiter des Bergwerks streiken gerade
und werden dabei finanziell unterstützt von einem Volontär, dem Fürst
Roderich, der aber unerkannt bleiben und so die Verhältnisse im Bergwerk
kennenlernen will. Der Fürst und der Obersteiger Martin verstehen sich sehr
gut. Martin vertraut dem Fürst an, dass er neulich ein Silbervorkommen
entdeckt habe, wolle aber den Fundort nicht bekanntgeben, solange er nicht
3'000 Gulden ausbezahlt bekomme. Daraufhin wird er entlassen, was ihn aber
nicht weiter kümmert. Er verprasst sein letztes Geld beim Kegelspiel mit
seinen Freunden. Zur selben Zeit weilt auch die Comtesse Fichtenau inkognito
im Dorf. Sie wohnt bei Nelly, welche sie aus der Kindergartenzeit kennt, und
gilt als deren Base Julie Fahnenschwinger. Als Martin bei Nelly vorbeikommt,
um sich Geld zu borgen, trifft er die Comtesse und verliebt sich in sie. Er
ist zu schüchtern, um auf diese zuzugehen und bittet daher seinen Freund den
Fürst Roderich, mit ihr in Kontakt zu treten. Aber auch der verliebt sich in
Julie, ohne zu wissen, dass sie in Wirklichkeit die Comtesse ist. Soviel
Verliebtheit war der Comtesse jedoch zuviel, und sie beschliesst abzureisen.
Roderich und Zwack besichtigen nach Bitte der Comtesse das Bergwerk. Der
Obersteiger Martin dient als Führer, nachdem er von Roderich die 3'000
Gulden endlich erhalten hat.
2. Akt
In einer kleinen
Residenzstadt. Frau Zwack, die Gattin des Bergwerksdirektors, ist die
Ehrendame auf einem grossen Fest. Direktor Zwack, der für eine Stelle als
Präsident plädiert, soll eine Rede halten. Seine Liebschaften gaben ihm
jedoch derart zu denken, dass er es nicht schaffte, die Rede auswendig zu
lernen. Die zwei Betreibsbeamten Tschida und Dusel, die nicht gut auf den
Direktor zu sprechen sind, veranlassen den Obersteiger Martin, das
Manuskript für die Rede verschwinden zu lassen. Martin hat seine 3'000
Gulden bereits verjubelt und leitet nun eine Bergmannskapelle. Auf Anraten
von Tschida und Dusel macht er der Frau Zwack den Hof, um sich bei ihr
beliebt zu machen, und er hat damit auch Erfolg. Beim Fest sind auch die
Comtesse und Nelly anwesend. Der Fürst hat die beiden absichtlich einladen
lassen, weil er insgeheim vermutet, wer Julie Fahnenschwinger wirklich ist.
Martin, welcher mit seiner Singkapelle anwesend ist, hält die Comtesse für
eine Betrügerin, da sie feine Kleidung trägt und er glaubt, dass sie Julie
Fahnenschwinger sei. Zwack hingegen glaubt, sie sei seine aussereheliche
Tochter. Die Irrtümer nehmen ihren Lauf...
3. Akt
Im Schlossgarten der
Comtesse. Direktor Zwack ist von seinem Dienst freigestellt und seine
Ehefrau Elfriede hat sich von ohm scheiden lassen. Zwacks Bemühungen, bei
Nelly zu landen sind abermals erfolglos, Elfriede hingegen liebäugelt mit
dem Obersteiger Martin, welcher am wirtschaftlichen Tiefpunkt angelangt ist.
Dieser jedoch will kaum etwas von der alten Dame wissen. Doch wie immer
wendet sich gegen das Ende alles zum Guten: Der Fürst hat die Comtesse
erobert und sich mit ihr verlobt. Und der Obersteiger Martin erhält eine
neue Stelle und gewinnt Nelly, seine erste Liebe, zurück.