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Szene
vor Michels Bauernhof. In der Mitte des Platzes steht ein grosser Nussbaum.
Liese lebt auf dem Hof als Wirtschafterin. Michel ist ihr Vetter und Vormund
zugleich. Obwohl sie ein fleissiges und sanftmütiges Mädchen ist, verhält
sich Michel ihr gegenüber barsch und streng. Das resultiert jedoch nur aus
seiner Eifersucht, denn er ist insgeheim in Liese verliebt. Er ist sehr
aufgewühlt wegen der Tatsache, dass Liese neulich einen Biref heimlich zur
Post gebracht hat und er vom Nachtwächter erfahren hat, dass sie vor kurzem
im „Goldenen Ochsen“ ganze zwölfmal mit einem gewissen Franz getanzt hat.
Hanne und Katrine, zwei Witwen, liegen einander in den Haaren, da sie beide
Liebesabsichte für Michel hegen, worüber Liese gar nicht erfreut ist, da
diese dem Michel ebenfalls sehr wohlgesinnt ist.
Michel lässt die beiden
Witwen wissen, dass er in Bälde sich vermählen würde und deshalb seinen
Onkel Martin schriftlich um eine Geldgabe gebeten habe. Und schon kommt
Liese herbei und überbringt des Onkels schriftliche Antwort. Michel liest
den Brief vor und verlautet, dass der Onkel ihm einen Schatz zugedacht habe,
welchen er noch vor dem Vesperläuten unter dem grosssen Nussbaum in der
Mitte des Platzes vorfinden würde. Hocherfreut begiesst er die Neuigkeit mit
einem Becher Wein und küsst die beiden Witwen, was Liese schweren Herzen
mitansieht. Als Michel von dannen geht, beginnen Katrine und Hanne wieder zu
streiten, diesmal heftiger als je zuvor. Aber auch die gute Liese hat von
Onkel Martin einen Biref erhalten, in dem er schreibt: „Ich weiss, was Dir
fehlt, mein Kind. Du brauchst einen Mann. Setz Dich heute Abend beim
Vesperläuten unter den grossen Nussbaum!“ Und schon bald beginnt die
Vesperglocke zu läuten. Liese setzt sich auf die Bank unter dem Nussbaum und
schlummert ein. Und schon kommt Michel herbei, um nach dem versprochenen
Schatz zu graben. Dabei erspäht er Liese und ihren Brief, der auf ihrem
Schoss liegt.
Von Eifersucht gepackt nimmt er den Brief, liest ihn und
versteht nun, was für ein Schatz ihm der Onkel bescheren will, denn es steht
zudem geschrieben: „Indem ich Euch beide zusammenbringe, meine lieben
Kinder, verhelfe ich jedem zu seinem Schatz, wie er keinen besseren finden
kann.“ Schon erwacht Liese, und Michel bittet sie, seine Frau zu werden. Sie
ist zuerst verwundert, da sie den Brief und somit diese entscheidende
Passage nicht ganz zuende gelesen hat, kommt Michels Wunsch aber freudig
nach, stellt aber eine einzige Bedingung für ihr Ja-Wort: „Respektperson bin
in Zukunft ich!“ Diese delikate Szene wird von der Laterne des Nachtwächters
beleuchtet. Die beiden Witwen Hanne und Katrine überwinden sich und wollen
gleich die ersten Gratulanten sein.
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